Eartha Kitt – eine Freundin der Schwulen
Die aufregendste Frau der Welt, nannte sie Orson Welles, Eartha Kitt, Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin, aber auch eine Freundin der Gay-Community. Am 25. Dezember 2008 starb Eartha Kitt im Alter von 81 Jahren in New York. GayRadio widmet der grossartigen Entertainerin eine Spezialsendung.
Sie war das Kind einer Afroamerikanerin und einem weissen Baumwollpflücker in South Carolina. Der Vater starb früh. Für den neuen Mann der Mutter war Eartha allerdings zu wenig schwarz. Eartha war unerwünscht in der Familie. Die Mutter schickte Klein-Eartha zu Nachbarn wo sie arbeiten musste und später schob sie ihre Tochter ab zur Tante nach Harlem. Diese Zurückweisung prägte Eartha Kitt das ganze Leben. Vermutlich deshalb versuchte sie ihr Glück im Show Business. Hier bekam sie die Anerkennung, durch Applaus, die sie brauchte.
Ihre Karriere begann sie als Tänzerin in der Kathrin Dunham Company, der ersten Afro-Amerikanischen Modern Dance Gruppe. Zwischendurch verdiente sie sich auch Geld als Tanzlehrerin. Ihr berühmtester Schüler war James Dean. Während einer Welttournee mit der Tanzgruppe landete sie in Paris wo sie ihre Solokarriere als Nachtclubsängerin begann. Hier entwickelte sie ihre umwerfende Bühnenpersönlichkeit. Aufreizend erotisch, frech und komisch. Ihre Stimme mal schnurrend, mal knurrend, mal fauchend, mal flötend. Sie war das «Sex Kitten», schon bevor sie 1960 die Rolle der Catwoman in der Fernsehserie Bat Man erhielt. Sie heiratete, bekam eine Tochter, liess sich scheiden und heiratete nie wieder.1968 provozierte sie ihr Karrieren-Ende. Ausgerechnet an einem Lunch im Weissen Haus kritisierte sie gegenüber der First Lady den Vietnamkrieg. Daraufhin wurde sie vom CIA beschattet und von den amerikanischen Medien boykottiert. Aber sie liess sich nie den Mund verbieten. Zeit ihres Lebens, hat sie sich für die Bürgerrechtsbewegung und für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben eingesetzt. «Ich fühle mich der Gay Community sehr nahe, wir wissen beide wie sich Zurückweisung anfühlt» sagte sie in einem Interview.
Comeback in der Gay-Disco
Es waren auch die Schwulen die ihr zum erfolgreichen Comeback verholfen haben und sie endgültig zu einer Gay-Ikone machten. 1984 kehrte Eartha Kitt zurück. Immerhin schon Fünfzig, gewann sie mit dem Disco-Hit «Where is my Man» ihre erste Gold-Platte. Sie gab wieder Konzerte und spielte in Filmen das Sexkätzchen, wie z.B. in «Boomerang» mit Eddi Murphy oder die Göttin Freya in «Erik the Wiking». Die gefährliche Eartha Kitt war zurück, wie immer sang sie von Millionären, Juwelen und der Liebe, sexy und lustig. Dabei beschrieb sie sich selbst als schüchtern und traumatisiert von ihren Kindheitserfahrungen. «Ich bin eine Waise, aber das Publikum hat mich adoptiert und das ist jetzt meine einzige Familie». Am 25. Dezember hat Eartha Kitt ihre Familie verlassen. Sie starb an Darmkrebs in einem Spital in New York. Doch sie hat bis kurz vor ihrem Tod gearbeitet und stand noch im Studio für ihr nächstes Album. Eartha Kitt wird noch lange in unseren Herzen weiterleben.«All about … Eartha Kitt – ihr Leben, ihre Karriere – ihre besten Songs», eine Special von der GayRadio-Sendung Perlen aus Ludwigs Plattenkiste jederzeit als MP3 auf www.gayradio.ch
