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Kunst voller DJ

Kunst voller DJ

Peter Clemens Brand alias PCB ist in der Berner DJ-Szene ein oft gelesener Name. Er hat in zahlreichen Berner Lokalen aufgelegt. Dass er ein genauso engagierter Künstler ist, wissen aber nicht alle Partygänger. Die gayAgenda hat sich mit ihm getroffen.

PCB empfängt mich in seinem unerwartet aufgeräumten Atelier. Bei einem Glas Wasser frage ich ihn, wie er DJ wurde. «Zum ersten Mal aufgelegt habe ich 2001 in einem kleinen Club in Berlin, als mich ein Freund bat, meine Musik aufzulegen. Damals war ich Gaststudent an der dortigen Hochschule der Künste.» Zurück in Bern hat er ab 2003 in Clubs wie dem ISC, der Dampfzentrale oder dem Gaskessel aufgelegt.

Seit letztem Sommer ist PCB verantwortlich für die Organisation der TolerDance-Elektro-file-Parties. Neben den Golden TolerDances und den Specials (Eurovision, Sommer und Weihnachten) reicht es für drei bis vier Elektro-Files pro Jahr. Ziel ist es, frische und vielleicht noch unbekannte DJs auflegen zu lassen. PCB ist dabei froh über die zahlreichen Kontakte, die er während seiner DJ-Laufbahn knüpfen konnte. Er will «ein elektronisches Cluberlebnis bieten, wo auch Live-Acts oder -Performances und VJs Platz haben».

PCB hat an der Hochschule der Künste in Bern, damals noch «Kunstklasse» genannt, studiert und dabei das Zeichnen wiederentdeckt. Auf die Frage «Wieso Kunst?», antwortet er ganz simpel: «Es ist ein inneres Feuer, ein innerer Antrieb.» Er will ein Werk über Jahre hinweg erstellen und es verfolgen können. Der Bogen zieht sich nun schon über zwölf Jahre und mehr als 1200 Zeichnungen, Illustrationen und Collagen hinweg. Als DJ mag er harte elektronische Beats. Pur, gerade hinaus und ohne viel (hörbaren) Firlefanz. Eine Vorliebe, die eindeutig auch in seiner abstrakten Kunst zu entdecken ist.

Inzwischen hat PCB dafür auch Anerkennung gefunden. Dies in Form verkaufter Werke an die Stadt Bern, die im Rahmen der Kulturförderung «KulturStadtBern» Werke von Berner Künstlern kauft. Beamte können dann Werke aus dem Fundus auswählen und ihren tris ten Büros mit diesen Bildern etwas Farbe verleihen. Die Stadt Bern hat ihm zudem ein Auslandstipendium geschenkt, bei dem er sich in Prag mit Künstlern aus aller Welt ein Semester lang voll auf die Kunst konzentrieren konnte. Er hat schon an vielen Orten ausgestellt und letztes Jahr den Förderpreis der Heinrich-Danioth-Stiftung gewonnen.

PCB will in der Berner und der Schweizer Kunstszene Fuss fassen und ist auf gutem Weg dahin. Sein Ziel ist es, mit seiner Kunst der Öffentlichkeit etwas über die Zeit, in der wir leben, zu zeigen und so zur zeitgenössischen Kunst beizutragen.

In der Diskussion über Ansprüche, Schubladisierungen und der Aufgabe der Künstler und der Kunst selber, rauft sich PCB die Haare und bittet mich dann, vom Gesagten nichts zu erwähnen ... – So ist sie, die Kunst. Sie will die Leute zum Nachdenken anregen und Diskussionen schaffen – und schafft dies immer wieder von Neuem.

Eine Auswahl der Werke von Peter Clemens Brand sind auf seiner Homepage zu sehen: www.drawing.ch
Infos
Datum: 01.04.2009
Autor: Stefan Schüpbach
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