Georges der Unermüdliche
Anfang August hat der G‑STAR Store in Bern eröffnet. Mitinhaber ist Georges Pauchard. Dies ist aber bei weitem nicht das einzige, was der engagierte schwule Berner anreisst. Die gayAgenda hat sich mit ihm getroffen.
Der OLMO und seine Ableger Shoes, der Levi’s Store und der brandneue G-STAR Store sind feste Adressen für Berns modebewusste Jungs und Mädels. Die Gebrüder Pauchard leiten sie alle. Vor unglaublichen 32 Jahren eröffnete Georges’ Bruder Francis den OLMO und Georges half während seiner Gymer-Zeit bereits dort aus. Er brach sein Studium ab – «ich bin mehr der Unternehmertyp», sagt er – und eröffnete mit zwei Freunden einen eigenen Modeladen, den MEC. Dort arbeitete er bis 1997, als er zum OLMO wechselte. Heute ist er da vor allem für den Einkauf der Schuhkollektionen und die Betreuung der Lehrlinge zuständig.Berner Institutionen
Bereits kurz nach seinem Coming Out trat Georges der HAB bei und war dort Kassierer. Er engagierte sich bereits früh politisch und auch kulturell. Inspiriert von den Jungle-Partys im MAD in Lausanne entstand die Idee, auch hier eine grosse Gay-Party zu veranstalten. So rief er zusammen mit Jürg Dollinger (DJ Dodo) die sehr erfolgreiche True Colors im Gaskessel ins Leben. Weitere folgten, z.B. die Sommerpartys AYOR im Up-town. Irgendeinmal war ihm der zeitliche Aufwand für die True Colors-Organisation zuviel und Jürg machte alleine weiter. Georges Pauchard wäre aber nicht derselbe, wenn er sich nicht weiter engagiert hätte: UNCUT, warme Filme am Dienstag im Kino in der Reitschule. Es ist die Weiterentwicklung der schwullesbischen Filmreihe, die es bereits bei True Colors jeweils vor der eigentlichen Party gab. Georges ist sehr dankbar für die freundschaftliche Zusammenarbeit mit der Reitschule und dem Bierhübeli. Denn zuerst fand UNCUT noch im «Hübeli» statt, wo in ihm wieder die Lust aufkam, eine schwule Party zu organisieren, und die Verantwortlichen des «Hübeli» waren sofort mit dabei: Die beliebte FELIX war geboren. Leider fand auch diese Party ein Ende, weil sich der sehr grosse Raum als nicht ideal für diese Party herausstellte.
Noch viel zu tun
Georges könnte sich vorstellen, etwas Neues in der Form eines Schwulenzentrums zu machen, das eine Kombination von Café, Kino und Partyraum böte, nur fehlen ihm die passenden Räumlichkeiten dazu. Weiterhin engagiert sich Georges auch politisch, dies bei der HAB, bei Pink Cross und Network und würde sich wünschen, dass mehr Leute diesen Organisationen beiträten, weil vieles noch nicht sei, wie es sollte, meint er.
Georges lebt seit vielen Jahren mit seinem Freund zusammen. Unterdessen auch in eingetragener Partnerschaft, denn «schliesslich haben wir dafür gekämpft!»
