DiscOriental – Klein aber ONO
Der 1. Samstagabend im Oktober steht im Zeichen des Orients, die dafür gewählte Location ist passend: discOriental im gemütlichen und bekannten Kulturlokal ONO in der Berner Altstadt. Für ein paar Stunden unterhält DJ Zardas die Gay-, Lesbian & Friends-Communitiy mit Musik der anderen Art.
ABBA-Scheiben bleiben zu Hause und auch Michael Jackson wird für einmal nicht zu hören sein. Electro-Drums und Synthesizer werden mit Tablas, Darbukas, Sitars und Ouds ausgetauscht. Etwas weniger englische "I love you's", dafür mehr arabische "Habibi's", er- tönen aus den Boxen. Und die rhythmischen und melodiösen Klänge aus dem Morgenland vereinen im Berner Abendland Mystik, Feuer und Leidenschaft. Wer sich im Bauchtanz üben möchte, findet die beste Gelegenheit, diese Form des Tanzes zu praktizieren.Organisiert wird die Party DiscOriental von Sibylle Pappé die viele als DJ Zardas kennen. Die gayAgenda hat sich mit der umtriebigen DJ getroffen.
gaybern: Du legst schon seit vielen Jahren als DJ auf, warst Mitorganisatorin der legendären Frauendisco im anderLand und spielst deine Platten häufig in der WELLE. Aber wie hat eigentlich alles begonnen? Wo hast Du zum erstenmal aufgelegt?
SP: Uups, da muss ich rechnen…Vor ca. 20 Jahren im Frauenzentrum Bern, der "Froue-loube". Die Wirtin wollte einmal im Monat eine Frauendisco veranstalten und fragte uns Stamm-gästinnen wer Lust hätte, als DJ mitzumachen. Ich als Musikfreak meldete mich sofort. Damals waren es tatsächlich noch Singles und Platten die wir auflegten. Der Raum war klein und die Anlage bestand aus zwei Plattenspielern, die sich übereinander stapelten. Da ich nicht zu den Grössten zähle, musste ich mich jeweils ziemlich strecken, um mit der Nadel die Rille des betreffenden Stückes auf der LP des oberen Plattenspielers zu treffen. Dieses Unterfangen gelang mir bei Weitem nicht immer und so gabs manchmal ganz "lustige" Übergänge.
Was motiviert Dich, Berns lesbischwule Partyszene aktiv mit zu gestalten?
Ich habe Spass, für die Leute etwas auf die Beine zu stellen, ihnen etwas zu bieten. Einen Anlass selber zu organisieren, irgendwo mitzuhelfen oder eben als DJ unterwegs zu sein, finde ich auch nach vielen Jahren immer noch spannend und herausfordernd. Heutzutage ist es einfach viel schwieriger, da das Angebot umfassender ist, als noch vor zwei Jahrzehnten. Es gibt fast nichts, was es nicht schon mal gegeben hat.
Jetzt machst Du eine Party mit Musik aus dem Orient. Hast Du genug von Euro-Disco?
Nein, natürlich nicht, obwohl es schon ab und zu vorkommt, dass ich beim Abspielen der oftmals gleichen Stücke die Augen verdrehe. Dass die Leute mehrheitlich zu Songs tanzen, die sie kennen, verstehe ich aber sehr gut. discOriental ist ein Experiment. Ich liebe diese Musik, kann sie aber für meine Verhältnisse zu wenig an Frau und Mann bringen, also organisiere ich einfach selber eine fernöstliche Nacht. Es gibt so viele andere, tolle Klänge, wo ebenso gut abgetanzt werden kann. Arabischer Sound wird oftmals mit Schlangenbeschwörungsmusik, Gedudel und Geheule verbunden und das stimmt nicht. Zumindest nicht in jedem Fall …
Was fasziniert dich an der orientalischen Musik?
Das Feuer der Rhythmen und der Trommeln, die schönen, klangvollen Melodien, der Latin-Groove.
Warst Du denn schon mal im Nahen Osten?
Einmal in Ägypten, in Sharm el Sheik in einer Hotelanlage. Ausserhalb wirst du ja fast gefressen, auch als Nicht-Blonde... Der Animations-DJ spielte übrigens zu meinem Leidwesen wenig einheimischen Sound, dafür speziell für uns GästInnen, ABBA, Boney M. & Co.
Am 3. Oktober findet die Party statt. Wird es noch weitere discOriental geben?
Eine zweite Auflage wird es bestimmt im März oder April 2010 geben, egal wie die Première ausfällt. Falls das Experiment gelingt, kann ich mir gut vorstellen, diese Party regelmässig im Frühling und Herbst zu veranstalten.
Wir wünschen Dir viel Erfolg!
Samstag, 3. Oktober
20:30 Uhr, ONO, Kramgasse 6, 3011 Bern
DiscOriental
From bhangra to rai - finest arabic music for gays, lesbians & friends. She DJ Zardas. Disco: 21.30 - 03.00h
Gratis-Eintritt für jede/n 15. Besucher/in
