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Filmtipps

Queersicht – Lesbisch-schwules Filmfestival Bern

Queersicht – Lesbisch-schwules Filmfestival Bern

Das Lesbisch-schwule Filmfestival Bern zeigt vom 12.-18. November queere Spielfilme, Dokumentarfilme und Kurz­filme. Wer nach einer langen Filmnacht das Tanzbein schwingen will, kann dies zu Electro-Sound an der Queer­sicht-Party tun. Ruhiger geht es in der Queer­sicht-Lounge zu: Sie bietet eine Chillout-Zone zum Verweilen und Über-Filme-Diskutieren.

Eine junge lesbische Polizistin liebt eine Türkin, ein begnadeter Koch lebt offen schwul, ein schwules Ehepaar adoptiert einen 15-jährigen Jungen, ein Porträt über Transvestiten und vieles mehr gibt es am Lesbisch-schwule Filmfestival Queersicht zu sehen.

Ein blinder Fleck. Auf Flyern, dem Programmheft und sogar auf der Webseite www.queersicht.ch beansprucht ein grosser weisser Fleck viel Platz. Obwohl sich seit der Wende vor 20 Jahren viel zu Gunsten der Homosexuellen geändert hat, bleiben blinde Flecken zurück. Heute spazieren Lesben und Schwule Hand in Hand durch die Strassen, küssen sich in der Öffentlichkeit und können die meisten Freiheiten der Hetero-Paare genauso geniessen. Queer sorgt nicht mehr für Sprachlosigkeit, rote Köpfe oder Blicke, die töten könnten. Queer ist normal geworden. Ist die Szene gestorben? Diese Frage ist das Thema der diesjährigen Podiumsdiskussion: «Mosca muerta ­— die Szene ist tot!» Am Samstag 14. November um 15:00 Uhr auf der kleinen Bühne im PROGR.

Queersicht ist jedenfalls lebendig. Schwul und lesbisch allein reichen nicht als Kriterium für einen guten Film. Man kann sich auf ein vielfältiges Programm freuen. Die bisherigen Queersicht-Festivals zeigten deutlich einen roten Faden. Diese Jahr wird eine bunte Palette an Filmen gezeigt. Ein Thema sticht dennoch deutlich heraus: Schwule und Lesben im Fussball. Die Dokumentarfilme «Das grosse Tabu» und «Tabubruch» decken auf subtile Weise auf, wie weit Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit im Fussball noch verbreitet ist. Die Reportagen des Deutschen Sportfernsehens laufen am Freitag 13.11. um 18:00 Uhr und am Samstag 14.11. um 15:30 Uhr im Kino der Reitschule.

Der Themen-Block im Kino Kunst­museum geht auf die Wende vor 20 Jahren ein. Beispielsweise mit dem Film «Ein Traum in Erdbeerfolie». Marco Wilms fühlt sich wie ein irrer Paradiesvogel. Er liebt es, sich zu verkleiden und zu posieren. Und das in Ostberlin, Mitte der Achtzigerjahre, wo jeder Auffällige verfolgt wurde.Am Sonntag 15.11. um 15:30 Uhr im Kino Kunstmuseum in Anwesenheit des einen Protagonisten, Frank Schäfer.

Artikelbild Ein weiterer besonderer Gast ist Sumeya Kokten, die Regisseurin des Eröffnungsfilms «Sens Interdits» am Donnerstag 12.11 um 21:00 Uhr im Kino ABC. Kokten erzählt die Geschichte eines lesbischen Liebespaars. Die Polizistin Jennifer will ihre Beziehung zur jungen Türkin Selin konkretisieren und mit ihr zusammenziehen. Doch Selins Vater besteht darauf, dass seine Tochter das Elternhaus erst dann verlässt, wenn sie verheiratet ist. Der Ansatz der Geschichte liegt nicht fern. Die Regisseurin Kokten ist Polizistin und stammt selber aus der türkischen Gemeinde in Belgien. Ihr Erstlingsfilm zeigt die Spannungen zwischen religiöser Tradition und einer liberalen Gesellschaft.

Der beste Kurzfilm wird auch dieses Jahr mit der «Rosa Brille» und einem Preis von Fr. 1‘500.– geehrt. Die «Rosa Brille» wird erstmals an einem Gala­abend verliehen: Verbunden mit einem Konzert von Evelinn Trouble. Am Sonntag 15.11. ab 19:30 Uhr in der Turnhalle im PROGR.

QUEERSICHT 12.-18. November 2009
Programm: www.queersicht.ch
Vorverkauf: www.starticket.ch
Kommentare

Am 17. Juli 2010 gegen 15 Uhr meinte Sven Müller: Antworten

Ich bin auch schwul.
Zwar finde ich es den Hit, dass es ein schwules Filmfestival gibt. Ich war mit meinem Freund auch zu Besuch und uns beiden hat es sehr gefallen. Mein Freund meint jedoch - und diese Meinung teile ich mit ihm -, dass man "Hetero"- und Homo-Filmfestivals nicht trennen sollte, sondern miteinander vermischen.
Denn dadurch könnten unnötige Vorurteile gegenüber Homosexuellen vielleicht gelindert werden. Wenn es also keine Trennung gibt, sondern alles in einem ist, wird das "Andersleben", das ja eigentlich ausser der Neigung gar nicht anders ist, hoffentlich endlich mehr geduldet.

Einen Kuss an alle Schwule,
Euer Sven (und Theo, sein Freund.)

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Infos
Datum: 24.10.2009
Rubrik: Filmtipps
Autor: Guy Huracek
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