Peter Hofmann: Das Feuer fremder Häuser
Der Roman erzählt aus dem Leben Gregors, eines Mannes Ende Dreissig, über sein Ungenügen am bisherigen Verlauf, seine Unsicherheit, seinen irgendwie zaghaften und doch mutigen Aufbruch, ein anderes Leben zu wagen.
Was mir so gefallen hat an dem Buch: Gregor ist nicht ein Held, und was mit ihm passiert, ist nicht spektakulär: ich konnte mich von Anfang an und bis zum Schluss mit ihm identifizieren.Es beginnt damit, dass Gregor mit seinem Lebenspartner Jan Schluss macht: er wird sich bewusst, dass ihre Beziehung eigentlich beziehungslos geworden ist. Doch auch in seinem Verhältnis zu andern Leuten seines engern Umfelds zeigen sich keine überzeugenden Perspektiven für die Zukunft. Sein langjähriger Freund Karl manövriert sich zunehmend in ein Abseits von Drogen und anonymem Sex. Gregor betrügt Karl, indem er sich mit dessen Lebenspartner Gunter trifft: eine komplexe und nicht eben aussichtsreiche Situation.
Da er jetzt also mit Jan Schluss gemacht hat, verschreibt sich Gregor Ferien von seiner Arbeit auf der Bank. Allerdings weiss er gar nicht, was er in diesen Ferien tun könnte, so ganz allein mit sich selbst. Da erreicht ihn eine Einladung von Sebastian, einem Mann, den er vor vielen Jahren kennengelernt hatte. Sebastian lebt jetzt mit seinem Lebenspartner Herbert in einer kleinen Stadt auf dem Land. Gregor nimmt die Einladung an. Er stellt sich nicht vor, was da mit ihm geschehen könnte. Sebastian ist nicht mehr der gleiche wie damals. Noch einmal: es ereignet sich nicht eine Sensation. Doch auf einmal findet Gregor in der kleinen Stadt auf dem Lande etwas für ihn ungewöhnliches, neues: vieles (nicht alles, aber vieles) in dieser neuen Umgebung ist echt, wahr, es sei traurig - ernst - schön, jedenfalls ist es echt und wahr. Und Gregor entscheidet sich, dazu ja zu sagen. Er will nicht mehr zurück in sein früheres Leben.
Hans Baer
Peter Hofmann: "Das Feuer fremder Häuser"
Roman. Berlin: Querverlag, 2005.
Schwubliothek jeden Mittwoch in der Villa Stucki
