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Filmtipps

Der erste Tom Ford Film

Der erste Tom Ford Film

Der schwule Modedesigner Tom Ford ist jetzt Hollywood-Regisseur. Am 11. Februar kommt sein Filmdebüt «A Single Man» mit Colin Firth und Julianne Moor in den Hauptrollen bei uns in die Kinos.

Der 49-jährige Amerikaner Tom Ford verhalf dem Modelabel Gucci zu mehr Glamour und Erfolg und wurde so zum weltbekannten Stardesigner. 2003 verliess er Gucci um sein eigenes Modelabel «Tom Ford» zu gründen, das mit Herrenbekleidung und Accessoirs ebenfalls sehr erfolgreich wurde. Nun sucht Tom Ford neue Herausforderungen und erfüllte sich einen lang gehegten Wunsch: einen Hollywood-Film zu drehen. Im Interview mit dem Magazin Winq sagte er: «Ich wollte schon seit Jahren einen Film drehen. Als ich vor 5 Jahren Gucci verliesse, dachte ich, jetzt ist die Zeit gekommen, einen Film zu machen und gründete eine Produktionsfirma.»

Im September 2009 stellte Tom Ford seinen Debüt-Film am Filmfestival Venedig vor. «A Single Man» ist die Verfilmung eines Romans vom homosexuellen Schriftsteller Christopher Isherwood (1904-1986). Wieso verfilmte Tom Ford gerade diese Buch? «Ich habe das Buch schon als 20-Jähriger gelesen und war vom Charakter George im Buch begeistert. Ich lernte dann Christopher Isherwood kennen und wurde richtig besessen von seinen Büchern. Als ich mir überlegte, was für einen Film ich machen könnte, kam mir «A Single Man wieder in den Sinn und ich las es aus der Perspektive eines Mittvierziger. Das Buch hat zu mir gesprochen, auf eine fast spirituellen Art und Weise. Es schien die richtige Story für meinen ersten Film zu sein».

Artikelbild
Der Film spielt an einem einzigen Tag, dem 30. November 1962 und handelt von George Falconer (Colin Firth), einem in die Jahre gekommenen britischen Literaturprofessor, der an einer Universität in Los Angeles unterrichtet. Seine Schüler finden ihn seltsam und wollen nichts mit ihm zu tun haben. Niemand weiss jedoch, dass Falconer homosexuell ist und er deshalb auf Distanz geht. Eines Tages erfährt er, dass sein Geliebter Jim bei einem Autounfall tödlich verunglückt ist. Er darf nicht zur Beerdigung kommen, weil die Familie des Toten dessen Homosexualität nicht akzeptieren will. Falconer quälen Selbstmordgedanken und eine schwere Depressionen. Hilfe erhält er durch seine gute Freundin Charlotte (Julianne Moor), die mit ihm durch die Nacht treibt, bis Falconer auf Kenny, einen seiner sehr viel jüngeren Studenten, trifft …

Artikelbild Tom Ford bei den Dreharbeiten.

Wie von einem Modedesigner zu erwarten ist der Film sehr stilvoll inszeniert, meistens in Brauntönen gehalten. Trotzdem transportiert der Film auch Emotionen, das vorallem dank den grandiosen Schauspielern Julianne Moor und Colin Firth. Für den britischen Schauspieler Colin Firth soll es gar die Rolle seines Lebens sein!

«A Single Man» läuft ab. 11. Februar in den Schweizer Kinos.
Kommentare

Am 09. März 2010 gegen 18 Uhr meinte Pascal: Antworten

berauschend, aber langatmig, traurig

Ich habe den Film am letzten Aufführungstag hier in Biel gesehen. Ich hatte mich überhaupt nicht vorbereitet und liess mich einfach überraschen, ging in letzter Minute in die Vorstellung. Ich hatte mich auf einen unterhaltsamen Abend eingestellt, schliesslich ging ich ja ins Kino. Der Film zog mich dann tatsächlich in seinen Bann. Ich liebte die langen Einstellungen, mit denen die Regungen der Hauptfiguren eingefangen wurden. Aber das ist zugegebenermassen eine Eigenart von mir, das mag wohl nicht jedem gefallen. Leider (für mich) war der Film sehr traurig, was mich in eine entsprechende Krise stürzte, da ich gerade meine Woche weit weg von meinem Geliebten zu verbringen gezwungen war. Da sterben zwei Menschen im Film, einer nicht sichtbar, einer an Liebeskummer, nachdem er in eine grosse Depression geraten war. Dies berührte mich sehr. Eine Bekannte sagte danach, wenigstens habe George Falconer nach seinem Tod das, was er sich den ganzen Film hindurch wünschte: bei seinem geliebten Jim zu sein. Da bin ich nicht einverstanden, denn ich glaube nicht, dass ich durch den Tod einem bereits Verstorbenen näher komme. Entsprechend bringt ein Suizid den Suizidalen nicht näher an Menschen, die er schmerzlich vermisste. Ich glaube, das wir auf der Erde sind, um allein hier und jetzt zu leben und zu lieben. Der Tod ist eine Trennung, die nicht wieder rückgängig machbar ist. Das heisst nicht, dass ich gegen Wiedergeburtstheorien bin oder ein Leben (in welcher Form auch immer) nach dem Tod verneine. Ich kann es mir nur nicht vorstellen.

Ich schliesse mit der Feststellung, das wieder ein Film über Schwule trist endet. Wahrscheinlich folgt der Film sehr eng dem zu Grunde liegenden Buch, das ich nicht gelesen habe.
Dennoch wünsche ich mir, dass die heiteren und die tristen Filme sich die Waagschale halten, damit wir uns auch ab und zu an etwas erfreuen können. Das muss keine Schnulze sein, es geht auch sehr dezidiert, wie Erbeer und Schokolade gezeigt hat.

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Infos
Datum: 26.01.2010
Rubrik: Filmtipps
Autor: Ludwig Zeller
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