Am 09. März 2010 gegen 18 Uhr meinte Pascal: Antworten
berauschend, aber langatmig, traurig
Ich habe den Film am letzten Aufführungstag hier in Biel gesehen. Ich hatte mich überhaupt nicht vorbereitet und liess mich einfach überraschen, ging in letzter Minute in die Vorstellung. Ich hatte mich auf einen unterhaltsamen Abend eingestellt, schliesslich ging ich ja ins Kino. Der Film zog mich dann tatsächlich in seinen Bann. Ich liebte die langen Einstellungen, mit denen die Regungen der Hauptfiguren eingefangen wurden. Aber das ist zugegebenermassen eine Eigenart von mir, das mag wohl nicht jedem gefallen. Leider (für mich) war der Film sehr traurig, was mich in eine entsprechende Krise stürzte, da ich gerade meine Woche weit weg von meinem Geliebten zu verbringen gezwungen war. Da sterben zwei Menschen im Film, einer nicht sichtbar, einer an Liebeskummer, nachdem er in eine grosse Depression geraten war. Dies berührte mich sehr. Eine Bekannte sagte danach, wenigstens habe George Falconer nach seinem Tod das, was er sich den ganzen Film hindurch wünschte: bei seinem geliebten Jim zu sein. Da bin ich nicht einverstanden, denn ich glaube nicht, dass ich durch den Tod einem bereits Verstorbenen näher komme. Entsprechend bringt ein Suizid den Suizidalen nicht näher an Menschen, die er schmerzlich vermisste. Ich glaube, das wir auf der Erde sind, um allein hier und jetzt zu leben und zu lieben. Der Tod ist eine Trennung, die nicht wieder rückgängig machbar ist. Das heisst nicht, dass ich gegen Wiedergeburtstheorien bin oder ein Leben (in welcher Form auch immer) nach dem Tod verneine. Ich kann es mir nur nicht vorstellen.
Ich schliesse mit der Feststellung, das wieder ein Film über Schwule trist endet. Wahrscheinlich folgt der Film sehr eng dem zu Grunde liegenden Buch, das ich nicht gelesen habe.
Dennoch wünsche ich mir, dass die heiteren und die tristen Filme sich die Waagschale halten, damit wir uns auch ab und zu an etwas erfreuen können. Das muss keine Schnulze sein, es geht auch sehr dezidiert, wie Erbeer und Schokolade gezeigt hat.

Tom Ford bei den Dreharbeiten.