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CD Tipps Februar 2010
DJ Corey's CD-Tipps: Adam Lambert, Martha Wainwright, Charlotte Gainsbourg und Alicia Keys
SADE, Soldier Of Love
(Sony)
Die Band um die nigerianisch-britische Sängerin Sade Adu (51) unterbricht eine zehnjährige Schaffenspause und beschert ihrem treuen Publikum ein ganz schickes Comebackalbum. Auf „Soldier Of Love“ harmonieren die coolen und eleganten Jazz-Pop-Atmosphären perfekt mit Sades samtener und leicht angerauter Stimme. Dieses wunderbare Zusammenspiel erinnert stark an 1984, als sie mit „Diamond Life“ über Nacht zum Weltstar wurde. Aber warum eine bewährte Formel ändern und Risiken eingehen, wenn Sades Musik so graziös altern kann?FINAL FANTASY, Heartland
(Domino)
Der 30-jährige Kanadier Owen Pallet hat am Konservatorium eine Ausbildung in Kompositionstechnik erfolgreich absolviert. Nach seinen edlen Streicherarrangements u. a. für Hidden Cameras, Mika und Pet Shop Boys hat ihn die Pop-Prominenz in sein Herz geschlossen. Für sein Solo-Projekt Final Fantasy entwirft er als Direktor einer Ein-Mann-Orchester kuriose Kammerpop-Juwelen. Auf „Heartland“ wird der Konflikt zwischen einem gewalttätigen jungen Bauern und seinem Herrscher in 15 Songs vertont. Das ist entschieden Stoff für Fans von Rufus Wainwright und Patrick Wolf.MATT MORRIS, When Everything Breaks Open
(Tennman Records)
Aufs Konto des schwulen Songschreibers Matt Morris gehen Hits für Christina Aguilera, Kelly Clarkson und Justin Timberlake. Mr. Timberlake in Person hat diesen rohen Diamanten bei seiner eigenen Plattenfirma unter Vertrag genommen. Er soll ihn als Kreuzung zwischen Elton John, Stevie Wonder und Rufus Wainwright bezeichnet haben. Matt Morris beweist in der Tat eine unglaubliche stilistische Gewandtheit. Seine Songs oszillieren zwischen weissem Soulpop, filigranem Folk und gefühlvollen Rock-Balladen. Kaum ein anderer Newcomer setzt seinen musikalischen Instinkt derart treffsicher ein. KE$HA, Animal
(RCA)
Die Sängerin Ke$ha (22) ist durch ihre Mitwirkung am Riesenhit „Right Round“ des Rappers Flo Rida bekannt geworden. In den USA, wo sie die Charts im Sturm eroberte, wird sie bereits als die nächste Lady Gaga gefeiert. Beide haben einen Hang zu ausgefallenen Klamotten und zu tanzbarem, manchmal ganz billigem Euro-Pop. Auf Ke$has Debüt „Animal“ folgt ein perfekt produzierter Ohrwurm dem anderen, wie es Lady Gaga, Katy Perry, Pink, Britney & Co. auch sonst hinkriegen. Ke$has anzügliche Texte und respektlose Einstellung gegenüber doofen Männern und Liebesrivalinnen zeigen, dass sie sich nicht zum Püppchen reduzieren lassen will. SOLVEIG SLETTAHJELL & The Slow Motion Orchestra, Tarpan Seasons
(Emarcy / Universal)
Wie Rebekka Bakken gehört Solveig Slettahjell zu einer der ausdrucksreichsten und wirklich brillanten Sängerinnen Norwegens. Mit dem famosen Slow Motion Orchestra hat die 38-jährige Künstlerin früher vor allem amerikanische Jazzstandards interpretiert. Auf dem sechsten Album „Tarpan Season“ steuert sie vorwiegend eigene Songs bei, die unverkennbar von Jazz, Soul und Country inspiriert sind. Egal, ob Zeitlupen-Grooves oder forsche Rhythmen die Songstruktur dominieren. In jedem Stück lässt Solveigs glasklare Stimme ein grossartiges Feingefühl für Intimität und Melancholie aufkommen, dass einem ganz warm ums Herz wird.
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