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Freizeit und Lifestyle

Reisebericht: Chiang Mai – die Rose des Nordens

Reisebericht: Chiang Mai – die Rose des Nordens

Die rund 200‘000 Einwohner zählende Hauptstadt des Nordens von Thailand hat den Charakter einer Weltstadt und den rauhen Charme der Bevölkerung. Gross, aber nicht riesig, modern und doch ­tradi­tionnell geblieben.

Thailand, das «Land des Lächelns» hat viel zu bieten: schönste Strände und Tauchgebiete im Süden, Bangkok als eine der grössten Welt­metropolen und Shopping-Paradies par excellence, schillernde Parties und Travestieshows und die «neue Stadt» Chiang Mai, wie sie wörtlich übersetzt heisst. Willst du real ­culture in Thailand erleben, gehst du in den Norden. Bist du im Norden, ist ein Besuch in Chiang Mai ein Must, denn diese Stadt bietet eine Fülle an kulturellen Anlässen und Sehenswürdigkeiten.

Bunt, laut, lebendig und fröhlich, dies waren meine ersten Eindrücke, als ich in Chiang Mai ankam. Der viele Verkehr und die von Abgasen stark geschwängerte Luft sind das Übel dieser Stadt und erschweren den Bewohnern wie den Touristen ab und zu das Atmen. Doch die fröhlichen und hilfsbereiten Locals (Einheimischen) sowie die relaxte Atmosphäre machen alles wieder wett. Den meisten Pauschalreisenden und Travellers begegnet man in der Altstadt und in der Umgebung rund um den Night Bazaar, wo unzählige Unterkünfte sämtlicher Preiskategorien zu finden sind. Nur schon das Flanieren in und durch Chiang Mai mit seinen spannenden Seitengässchen und -strässchen ist ein Erlebnis für sich. Viele Tempel aus vergangenen Jahrhunderten versetzen dich in eine andere Welt und Buddha, der Allgegenwärtige, ist in allen möglichen Grössen und Stellungen zu bewundern. Gedenkstätten, Denkmäler und Museen für geschichtlich Interes­sierte, verschiedene Märkte, Festivals, Konzerte und Tänze für musisch Interessierte, Chiang Mai bietet alles, was das (Touristen)Herz begehrt. Sehr zu empfehlen ist ein Besuch auf dem Sonntagsmarkt, der wöchentlich in der Altstadt stattfindet. Sonntag für Sonntag verwandeln sich die Strassen rund um den Tapah Gate in einen riesigen Marktplatz, wo lauthals gefeilscht und gehandelt wird. Für eine Verschnaufpause bieten sich viele kleine Restaurants an, wo man bei einem leckeren Frucht­shake dem geschäftigen Treiben zu­sehen und die müden Beine strecken kann.

Was bietet Chiang Mai für die Gay-communitiy?


Es gibt einige Bars und Discos in verschiedenen Vierteln der Stadt, wobei man nie weiss, welche denn ihre Tore bereits wieder geschlossen haben. Fündig geworden bin ich in der Nähe des Night Bazaar in einer Seitenstrasse, wo sich etwas versteckt eine kleine, gemütliche Open-Air-Gay Bar namens «Friendship» befindet. Die blutjungen, hübschen Thaiboys schenkten mir erstaunlich viel Auf­merksam­keit, schwirrten um mich herum und be­dienten mich äus­serst zu­vor­kommend. Viel­leicht weil ich das einzige (echte) weibliche Exemplar in der illustren Männer­runde war? Als ich mich er­­kun­digte, was es denn mit der lesbischen Szene auf sich hat, bekam ich die Antwort, dass mir eine kurz­haar­geschorene Tuk Tuk Fahrerin am besten Aus­kunft geben kann. Ich bin kein Mensch mit Vorurteilen, doch als ich einmal die anzügliche Blicke einer solchen Fahrerin erhielt, machte ich einen weiten Bogen um sie und ihr Vehikel. Mein Geschmack, was Frauen anbelangt, ist doch etwas anderer Natur und in dem Fall be­vorzuge ich eher einen knackigen, weiblich aus­sehenden kathoey (ladyboy), als ein ver­kappter Mann, bei der nur noch die Lederjacke und Kampf­stiefel fehlen. Doch für eine solche Kluft wäre es in Chiang Mai viel zu heiss!
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Infos
Datum: 25.02.2010
Autor: Sibylle Pappé
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