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GayIcon: Placebo – Nancy BoysGayIcon: Placebo – Nancy Boys

Placebo sind aus der alternativen Rockszene nicht mehr wegzudenken. Auch die Gay-Community zählt haufenweise Fans dieser extravaganten Band mit ihrem charismatischen Frontman Brian Molko.

Der Sänger Brian Molko, der Bassist Stefan Olsdal und der Drummer Steven Forrest (bis 2007 Steve Hewitt) bilden die Band Placebo. Dieser Name (Scheinmedikament, lat. «ich werde gefallen») wurde unter anderem gewählt, um der damaligen Mode, Bands nach Drogen zu benennen, Gegensteuer zu geben. Bereits mit ihrem Debutalbum wurde die Hörerschaft von alternativem Rock auf die drei aufmerksam, die sich in London kennenlernten. Auch David Bowie wurde hellhörig und nahm die Band gleich mit auf seine Tour. Das Album brachte ihnen sofort internationale Anerkennung, die Single «20th Century Boy» war im Glamrock-Streifen «Velvet Goldmine» zu hören. Die Songs tönten allerdings noch sehr hart und ungeschliffen.

Doch sie entwickelten sich weiter, und elektronische Klänge hielten immer mehr Einzug. Mit den nächsten zwei Alben gelang ihnen der grosse Durchbruch. Auf der ganzen Welt spielte man die Songs «Every You Every Me» (Soundtrack von „Eiskalte Engel“) und «Taste in Men». Unterdessen ist das sechste Studioalbum mit dem Titel «Battle for the Sun» erschienen.

Mein Kauftipp für Neuhörer: das Album «Sleeping with Ghosts – Special Edition». Meiner Meinung nach der bisherige Höhepunkt. Hier rockt es so richtig ab mit Knallern wie «English Summer Rain», «This Picture» und «The Bitter End». Die miteingepackte CD serviert überzeugende Cover-Versionen z. B. von «Running up that Hill» von Kate Bush und «Johnny and Mary» von Robert Palmer.

Songtitel wie «Nancy Boy» (engl. Slang für Tunte), «Scared of Girls» oder „«Taste in Men» liessen bereits früh Spekulationen über die sexuelle Ausrichtung der Bandmitglieder aufkommen. Nicht ohne Grund: Der androgyne Brian Molko, neuerdings mit langen Haaren, bezeichnet sich als bisexuell, der Bassist Stefan Olsdal ist schwul. Mein Herz schlägt zwar für Letzteren, der etwas herber, männlicher wirkt, aber Brian Molko ist wohl der Hauptanziehungspunkt für die Gay-Community. 2007 kam der Bruch mit dem langjährigen Drummer Steve Hewitt. Kein Zweifel, dass dies aufgrund künstlerischer Differenzen geschah. Böse Zungen könnten sich jedoch zu tratschen versucht sehen, dass Steve Hewitt zu wenig gay appeal hatte, wenn man sich ansieht, wer für ihn in die Band geholt wurde: Steven Forrest. Mit seinem gestählten Body und seiner neckischen Bubenfrisur könnte der Neue glatt bei einem Belami-Casting abgeworben worden sein und wird massenweise weibliche und männliche Bravo-Leser auf die Band aufmerksam machen.

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Kritiker werfen Placebo Kommer­zia­li­sierung vor, dies vor allem, weil von ihnen schon etliche Best Of-Platten und Wiederveröffentlichungen er­­schienen sind. Aber andere Stars und Platten­firmen sind da bekanntlich nicht viel be­scheidener.
Placebos Musik ist eine so willkommene Abwechslung zum an Gay-Veranstaltungen omnipräsenten Pop. Ihre Musik prägen wunderschöne melancholische Melodien und Texte, elektronische Klänge gepaart mit tanzbaren Beats und harten, kreischenden Gitarren.

Diesen Sommer spielen Placebo am Rock Oz’Arenes in Avenches.
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Infos
Datum: 11.04.2010
Autor: Stefan Schüpbach
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