Interview mit Mister Gay 2010 Dominic Hunziker
Dominic Huziker ist der neuen Mister Gay. Am 12. Mai ist der sympathischen Architektur-Student Gast am 3gang in der Villa Stucki. Das Interview.
«Ich will zeigen, dass in jeder ‹Schublade› einer sitzt, der schwul sein kann.»
Am 27. März wurde der Aargauer Dominic Huziker zum neuen Mister Gay gewählt. Marco Arn von der gayAgena hat sich mit dem Architektur-Student und Musiker unterhalten.
Dominic, herzliche Gratulation zum Mister Gay! Wie fühlst Du Dich nach einem ersten Monat im Amt?
Ich freue mich sehr über meinen Titel. Anfangs konnte ich nicht recht einordnen, was gerade mit mir passiert war, ich lerne immer neues, was mir extrem Spass macht.
Was waren die Highlights? Und worauf freust Du Dich besonders?
Die Wahl selbst war natürlich ein riesen Highlight. All die Interviews im Radio, Fernsehen und den Zeitungen waren sehr spannend. Ein halbstündiges Interview im Tele Top hat da etwas herausgestochen, über eine längere Zeit interviewt zu werden, während drei Kameras auf einen gerichtet sind, war total neu. Nach ein paar Minuten vergisst man die Kameras aber. Als nächstes freu ich mich auf die Resultate des Display Cover Shoots. Auch bin ich gespannt, was mich an der Pride und an der Mr. Gay International Wahl alles erwartet.
Wie sieht der Alltag eines Mister Gay aus? Hast Du am Morgen ein Meeting mit Deinem Personalassistenten, der mit Dir den Tag plant, anschliessend ein Fitnesstraining mit dem Personaltrainer und dazwischen jede Menge Auftritte und Interviews?
Die ersten zwei Wochen stimmte dieser Tagesplan beinahe mit meinem überein. Da ich am studieren bin, fängt mein Tag aber meist sehr ‹normal› mit Schule an. Ich versuche, meine Mr. Gay-Termine an Abenden und Wochenenden einzuplanen.
Man hat viel über Deine Brusthaare erfahren, fast mehr als über Deine eigentliche Motivation. Was willst Du als Mister erreichen?
Dass viel über meine Brusthaare gesprochen wurde, freut mich. Dies zeigt schon mal, dass es die Medien für keinen Skandal mehr halten, schwul zu sein. Eher stört es sie, dass ich nicht in ihr Klischeebild passe, was genau meine Motivation ist. Ich will zeigen, dass in jeder 'Schublade' einer sitzt, der schwul sein kann.
Wie willst Du das anstellen?
Dies möchte ich über drei verschiedene Ebenen weitergeben. Die erste ist über die Medien, wie z.B. dieses Interview. Weiter tu ich dies mit meiner Musik, in der es anstatt um Mädels einfach um Jungs geht. Zum Schluss mach ich noch das, was jeder tun kann. Es einfach vorleben, dass es für jeden Zehnten ganz normal ist, etwas anders zu sein.
Du warst im Rahmen der Mister Gay-Wahlen auf Club-Tour. Unter anderem hast Du mit den Bernern im ISC gefeiert. Wie war das für Dich?
Auf Bern hab ich mich riesig gefreut, da ich dort sehr liebe Freunde habe, die mich tatkräftig unterstützen. Um ehrlich zu sein werde ich auch immer etwas schwach beim Berner Dialekt. Mit dem Heimatort Trub hätte dies mein Freund ja schon mal erfüllt, ist halt aber dann doch in Zürich aufgewachsen :-).
Hast Du einen speziellen Bezug zur Hauptstadt?
Wie praktisch jeder war ich natürlich mal auf einer Schulreise in Bern, wo wir uns den Bärengraben anschauten. Mit der Stadt selber verbinden mich aber vor allem Menschen und die Tatsache, dass ich nach jedem Besuch, versuche ein Berner Bärli im Gepäck zu haben.
Gibt es für uns Berner die Möglichkeit, Dich bald live zu sehen?
Die nächste Möglichkeit für alle Berner, die in Bern bleiben wollen, ist am 12. Mai. Dann bin ich beim Kamingespräch am 3gang der HAB in der Villa Stucki. Auch will ich am 1. Mai mal meinen Doppelgänger Julius kennen lernen und schauen, was er an seiner Party im Du Nord so treibt!
Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Dir ein erfolgreiches Amtsjahr!
Mittwoch, 12. Mai, ab 19.30 Uhr:
3gang - Kamingespräch mit Mister Gay, Dominic Hunziker
