Bubennacht – nach 7 Jahren ist Schluss
7 Jahre organisierte David Merck im Du Théâtre die erfolgreiche Gay-Party Bubennacht mit internationalen DJs und Show-Acts aus der ganzen Welt. Am 10. April fand sie zum letzten Mal statt. Wir haben David Merk zu den Gründen befragt und mit ihm auf die Buben-Zeit zurück geschaut.
Was hast Du für Erinnerungen an Deine erste Party?Vor sieben Jahren am 14. Februar 2003 war das erste Fest. Ich war sehr nervös. Zusammen mit meinen Freunden haben wir alle Zeitungen und Magazine durchgeschaut, wer was geschrieben hat. Es war sehr aufregend sich in der Presse nachlesen zu können.
Welches waren Deine persönlichen Highlights in all den Jahren?
Ehrlich gesagt war die ganze Zeit ein Highlight (Routine hätte mir die die Triebkraft genommen). Man kann aber schon sagen, der oberhysterischste Moment war der Anlass mit Ari Gold aus New York. Die Verhandlungen mit den Amerikanern waren äusserst kompliziert, was wohl an der unterschiedlichen Kultur lag. An diesem Samstag pilgerte halb Europa nach klein Bern. Das war überwältigend. Der Club war da (leider) etwas zu klein.
Gab es auch Pannen oder besondere Anekdoten während der Party-Jahre?
Pannen? Das wär nicht in Frage gekommen ☺
Wer waren deine Wegbegleiter?
Hauptunterstützer war Markus Marti, heute im Widder Hotel in Zürich. Der hat ganz schön Gas gegeben wenn Flyer an den Mann gebracht werden mussten. Eigentlich hatte ich eine ganze „Bubenarmee“ von gutaussehenden Jungs, die durchs Land zogen, um die Botschaft „Buben“ zu verkündeten. Wer beispielsweise unsere teuren Flyer auf den Boden warf und nicht mit Wertschätzung einsteckte, wurde gleich des besseren belehrt! ☺
Was hat sich in der Gay-Party-Szene in den letzten Jahren verändert?
Jeder versucht heute eine Party zu schmeissen, das war vor 10 Jahren nicht so. Find ich aber ganz OK. Wenn diese überlebt - umso besser. Dann fängt die Arbeit erst richtig an.
Die Bubennacht war eine Erfogsstory. Jetzt kommt das Ende. Ist aus dem „Bub“, David, nun ein „Mann“ geworden?
Ich bin immer noch so bübisch, ach! Nun, die Partysache war ein „extended“ Hobby von mir. Ich bin ja Wissenschaftler und muss mich jetzt etwas mehr auf diese Karriere konzentrieren. Eventuell gehe ich Boston beschnuppern. Was in ein oder zwei Jahren ist, weiss ich noch nicht. Vielleicht mach ich dann mal eine Party für erwachsene Buben ;-)
Mit der Bubennacht verschwindet, nach Truecolor, eine weitere institutionalisierte Schwulenveranstaltung aus Bern. So mancher hat an Deiner Party sein Herzbub fürs Leben oder den Mann für eine Nacht kennen gelernt. Wie waren die Reaktionen auf das Aus?
Das aus hab ich ja nicht wirklich kommuniziert. Das tue ich erst jetzt. Ich freue mich so viele tolle Erinnerungen mitnehmen zu können. Das gilt sicher auch für viele viele andere Buben.
Als Organisator hat man Vorbilder von bestehenden Konzepten. Welche Veranstaltungen waren deine Vorbilder?
Eigentlich war ich ja getrieben von der Unzufriedenheit der Partyszene und wurde so zum Macher. Ein eigentliches Vorbild hatte ich somit nicht. Ich fand es wichtig, etwas zu machen, was über das „Drag-Queen Konzept“ hinaus geht (das hält sich bis heute hartnäckig ;-). Wenn dir Londoner Clubbesitzer an deiner Party sagen „this is very good“, dann hab ich das erreicht was ich wollte.
An welchen Partys wird man Dich künftig treffen?
Überall wo ich viele Freunde antreffe. Ich muss jetzt aber vorallem meine Doktorarbeit fertig schreiben!
Vielen Dank für das Interview!
