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CD Tipps Sommer 2010
DJ Corey's CD-Tipps: Kylie Minogue, Scissor Sisters, Kele Okereke, Bobyn und Sahra McLachlan
KYLIE MINOGUE, Aphrodite
(EMI)
Kylie läuft wieder zu alter Form auf. „Aphrodite“ kann es locker mit klassischen Kylie-Alben wie „Light Years“ und „Fever“ aufnehmen. Die zwölf neuen Songs, alle potentiellen Singles, gehen nahtlos ineinander über. Das erinnert an die Nonstop-Disco-Platten aus den 70er- und 80er-Jahren. Produzent Stuart Price wendet das gleiche musikalische Konzept wie für Madonnas „Confessions On A Dancefloor“ an. Damit führt er Kylie zurück an ihren Ursprungsort: in die schwule Pop-Disco. Kylie hat es nicht nötig, sich immer wieder neu zu erfinden. Die Rolle als süsse Disco-Queen steht ihr einfach gut. SCISSOR SISTERS, Night Work
(Polydor)
Nach einem Abstecher in den Pop-Mainstream mit dem massiven Hit „I Don’t Feel Like Dancing“ (2006) zieht es die Scissor Sisters wieder in die verschwitzten schwulen Undergroundclubs dieser Welt. Der spärlich bekleideter Hintern auf dem Albumcover, ein Bild der Fotografen-Legende Robert Mapplethorpe, spricht eine deutliche Sprache. Auch Musik und Texte widerspiegeln den Ausdruck eines exzessiven Lebensstils, zwischen Sexparties, durchtanzten Nächten und der Einsamkeit danach. Jack Shears und seine „Schwestern“ können Existenzängste aber sehr wohl in elektrisierende Energiewellen umwandeln. Unter Mithilfe des nimmermüden Stuart Price landen Scissor Sisters wieder einen Treffer. KELE OKEREKE, The Boxer
(Wichita / Polydor)
Der Frontmann der Indie-Rocker Block Party gönnt sich eine Auszeit von seiner Stammband, die neuerdings immer mehr zwischen Rock und Elektronik hin- und hergerissen schien. Letzten Frühling verkündete der britische Sänger mit nigerianischen Wurzeln sein Coming Out. Die Klarheit über die eigene sexuelle Orientierung wirkt sich positiv auch auf Keles musikalische Vision aus. Auf seinem ersten Soloalbum schmeisst Kele die Indie-Gitarren endgültig weg. Stattdessen experimentiert er mit Elektronik, Techno und Synthie-Pop. Wie ein Boxer kämpft Kele und steht wieder auf, denn im Musikring ist er der König.ROBYN, Body Talk Pt. 1
(Konichiwa / Island)
Robyn trat im Vorprogramm von Madonnas Sticky & Sweet Tour 2008 auf. Wie Frau Ciccone hat die schwedische Sängerin ein breit gefächertes Verständnis von Pop-Musik. Am Anfang ihrer Karriere wurde Robyn als austauschbares Pop-Püppchen verhöhnt. Aber spätestens seit ihrem Comebackalbum „Robyn“ von 2007 verschaffte sie sich grossen Respekt als glamouröse Electro-Pop-Diva. „Body Talk Pt. 1“ ist das erste von drei Mini-Alben, die Robyn noch dieses Jahr auf den Markt bringen will. Robyn liebt das Spiel mit den Extremen: neben tollen Dancefloor-Knallern präsentiert sie am Schluss noch einen schwedischen Folk-Song. Mutig.SARAH McLACHLAN, Laws Of Illusion
(Arista)
Zwischen 1997 und 2010 veröffentlicht die beliebte kanadische Singer-Songwriterin ihre Studiowerke im bequemen Sieben-Jahres-Rhythmus – mit Ausnahme von einem Weihnachtsalbum im 2006. Im McLachlans musikalischen Kosmos hat sich nicht wirklich viel verändert. Privat scheiterte aber ihre Ehe. Deshalb warnt sie auf „Laws Of Illusion“ vor dem weit verbreiteten Irrglauben an ein Happy End. Gemeinsam mit Stammproduzenten Pierre Marchand streichelt Sarah die Seelen ihrer Fans mit sanften und melancholischen Balladen, die sie mit ihrer kristallklaren und einfühlsamen Stimme meistergültig interpretiert. Am Schluss siegt die Hoffnung über Wut und Verzweiflung.
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