Mine Vaganti – Männer al dente
Im August kommt «Mine Vaganti – Männer al dente» in die Schweizer Kinos, der neue Film vom offen schwulen Regisseur Ferzan Ozpetek (Hamam, Le fate ignoranti).
Der 49-jährige Ferzan Ozpetek ist in der Türkei aufgewachsen. Während einer Italienreise entscheidet er spontan, nicht wie geplant in New York Film zu studieren, sondern in Rom. Seit 1979 lebt er in der ewigen Stadt, wo er sich auf Anhieb zu Hause fühlt. Gleich mit seinem ersten Spielfilm «Hamam» hatte er grossen Erfolg. Der offen schwule Regisseur beschäftigte sich in vielen seiner Filme mit dem Thema «Homosexualität».Auch im neuen Film von Ozpetek sind zwei Schwule im Zentrum des Films. «Mine Vaganti ist eine typische Komödie all’italiana. In poetischen und gleichzeitig witzigen Bildern erzählt sie die Geschichte der Familie Cantone, die lernt, sich gegenseitig zu akzeptieren. Eine Lektion über das Leben und die Liebe inmitten des ganz normalen Wahnsinns einer süditalienischen Familie.
Tommaso, der jüngste Sohn der Familie Cantone, will sich nicht länger verstecken. Beim festlichen Familienessen, bei dem die Zukunft der familiären Pasta-Fabrik geklärt werden soll, will er allen Anwesenden reinen Wein einschenken. Endlich möchte er gestehen, dass er Literatur statt Ökonomie studiert und Schriftsteller werden will und dass er schwul ist. Aber sein Bruder Antonio kommt ihm mit seinem Coming-Out zuvor. Der Vater rastet aus, schmeisst Antonio raus und macht Tommaso, der nun natürlich kein Geständnis mehr wagt, zum Alleinerben. Vater Vincenzo, ein cholerischer Macho, tröstet sich in den Armen seiner Geliebten; die resignierte Mutter versucht, alles zu vertuschen, um ihr Ansehen in der Stadt zu retten, und lässt ihren Frust an ihren Dienstmädchen aus; die nymphomanisch veranlagte Tante betrügt sich selbst mit ihren Versteckspielen um ihr Lebensglück, und die Grossmutter übertrifft alle: Sie heiratet den Bruder ihrer grossen Liebe, nur um ihr nahe zu sein.
Ozpeteks Film ist ein bunter Reigen um bröckelnde Fassaden, Nichtgesagtes und die Lektion, dass man sich von überholten Traditionen und gesellschaftlichen Zwängen befreien muss, um glücklich zu sein – egal wann, Hauptsache nicht zu spät. «Für mich ist MINE VAGANTI – MÄNNER AL DENTE vor allem ein befreiender Film. Ich habe mich nicht darum gekümmert, was die anderen denken oder sagen», so Ozpetek. Er stellt sich über die Erwartungshaltungen und realisiert ein leichtes Kino mit Tiefgang.
