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Shit&Vomit – ein Partylabel mit Gay PowerShit&Vomit – ein Partylabel mit Gay Power

Am 11. September wird im Gaskessel auf drei Tanzflächen eine der bisher grössten Gay Parties stattfinden: "EndorphinE". Das PartyLabel SHIT&VOMIT macht es möglich und steht mit Djs wie Mental X, Angel-O und Anderen unter Starkstrom bei der Realisierung des gigantischen Projektes. Wir haben uns mit dem Organisator Medy unterhalten.

Shit&Vomit als Party Label ist vorallem ein übersprundelnder Kopf – Medy. Dreiundzwanzig Jahre jung, ehemaliger Schüler des „Conservatoire de Paris“ und eine Hoffnung für uns alle, die wir endlich auf eine GayNation warten! „Bern“, so Medy „hätte die Kapazität, eine Homostadt zu werden, wie es in Europa beispielsweise Berlin in einigen Quartieren schon ist“.

Am 11. September bietet die „EndorphinE Party“ für alle Geschmäcker etwas; von Elektro über House bis zu Funk/Disco wird alles geboten – mit nationalen DJs und Djanes, aber vorallem mit internationaler Starbesetzung. Da sind Artisten wie die Schweinwerfer geladen, welche Performances bieten oder Ginger C. Brown („the garbage pal divas“), ein Performer aus New York, der viele Tanzauftritte in Europa und NYC hatte. Auch die Truppe „The Goa Chill Lounge“, Feuerspucker, die spielend Flammen sprühen treten auf und erhitzen die PartygängerInnen.

„Für die BesucherInnen soll’s nur das Beste geben!“ so Medy zu den vielen Überraschungen, die weit über eine normale Tanzveranstaltung hinaus gehen „Wenn Ihr noch nie über einen roten Teppich gegangen seid und von Paparazzis abgelichtet wurdet, dann seid Ihr beim Eintreten ins „Endorphine Reich“ richtig!“.

Es scheint, als ob man mit solcher Extravaganz punktet, gerade hierzulande, wo man solchen Anlässen meist argwöhnisch kritisch entgegentritt – weil man es nicht kennt.
Das EventLabel steht am Anfang und hat ein Null-Budget. Ideen, Umsetzungswille und Energie liessen schon die ehmaligen Shit&Vomit Discos mit dem Namen „Skytronik“ im Frauenraum der Reithalle viele Schwule abtanzen.

„Wir kennen keine Grenzen bei unseren Parties. Wir kennen kein heterosexualisiertes Benehmen – und wir mögen genau das!“ Medy funkelt mit seinen Augen, wenn er erzählt, wie er ohne Geld Parties entstehen lässt, die Schwulen und Lesben endlich ihren Platz zurück erobern lassen, den sie sonst in der Gesellschaft nicht haben. Vorallem Lesben stören sich mehr und mehr über die zahlreichen Heteros, die als „Friends“ die Discos bevölkern und dann dennoch eher beklemmt rumstehend nichts zu einem farbenfrohen und befreiten Event beizutragen wissen. Medy meint dazu nur: „Wer gay IST, der konsumiert nicht nur sondern ist durch seine Persönlichkeit schon Beitrag genug zu einem wirklich guten Fest“.

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Von links nach rechts: Franca Morgano (Sängerin, Köln), Baboo Von Der Baboth aka Felindra tête de tigre & Friends (Djane, Bern); Mental X (DJ, Züri) und Angel-O (DJ, Züri).

Shit&Vomit möchte mit einem amerikanischen und einmaligen Konzept in der Schweiz erreichen, dass nicht nur eine normale Disco geboten wird sondern auch kleine Überraschungen mit einbezogen werden; von Feuerspielen über „Flying Dancers“ bis hin zu Sprayereien auf T-Shirts und BarhelferInnen, die mit schrägen Kostümen für Blickfänge an der Bar sorgen, soll es alles geben, was es braucht, um sich wie im Homo Paradies zu fühlen. Alice im Wunderland könnte die kleine Schwester von Medy sein.

Wer sich in der internationalen Gay Szene etwas auskennt, der weiss, dass in Städten wie Los Angeles, New York, Berlin oder Paris ein homosexuelles Leben weitaus mehr ist, als sich den Heteronormen anzupassen, um auf keinen Fall irgendwie auffallen zu wollen. „Provokation“, so Medy, „braucht es absolut! Nicht auf privater Frustebene, aber beim Umsetzen. Ich tue das, indem ich solch verrückte Gay Parties gestalte. Das ist das Konzept von Shit&Vomit: Scheissen und kotzen wir auf die Normalität und sind kreativ“.

Wer über Tunten, Transen, Traktorlesben oder einfach nur über unabhängige und noch nicht zwangsheterosexualisierte Homos wettert, sollte sich überlegen, ob nicht gerade er oder sie am 11. September im Gaskessel erleben möchte, dass alle Homosexuellen auf ihre Art speziell und willkommen sind.

„Das Datum ist gut gewählt – Nine/Eleven. Es soll provozieren. Fuck the towers! Egal, was abgeht, es ist eh eine Heterowelt – wir sind anders! Wir haben andere Visionen, andere Probleme. Heterokatastrophen betreffen nicht unseren Lebensnerv. Es sind „ihre“ Probleme, es sind „ihre“ Kriege, nicht unsere! Darum mache ich es mit meinen Parties anders und verbinde Gegensätze mit einem wirklich guten Fest“.

So viel sei vornweg auch für Lesben verraten: Franca Morgana aus Köln wird auch auftreten. Sie überraschte das Publikum das letzte Mal am Zürich Pride Festival mit süffig tanzbaren Housesongs und ihrer unverkennbar rauhen Stimme.

Mit Medi hat sich Amal Chaoui unterhalten.
Kommentare

Am 19. August 2010 gegen 18 Uhr meinte marcel winkelmann

ticket vorverkauf:
marcels marcili
marzilistrasse 25
3005 bern

Am 26. August 2010 gegen 15 Uhr meinte Medy

VORVERKAUF:

-Bern: MARCEL'S MARCILI
-Zürich: CRAMBERRY BAR
-Lausanne: METRO BOUTIQUE

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Infos
Datum: 17.08.2010
Autor: Amal Chaoui
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