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Odd Klippenvag «Der Stand der Dinge»Odd Klippenvag «Der Stand der Dinge»

Seit 40 Jahren sind Simon und Annar befreundet. Sie arbeiten in ihrem kleinen Laden und verbringen die Freizeit zusammen. Als Annar einen Schlaganfall erlitt, pflegt ihn der 17 Jahre jüngere Simon und erinnert sich dabei an sein gutes Leben. Ein Buch, das sich als Diskussionsgrundlage in einer Gesprächsrunde eignet!

Seit vierzig Jahren sind Simon und Annar befreundet. Sie arbeiten in einem kleinen Laden und verbringen die freie Zeit auf Wanderungen und in ihrer Berghütte fernab der Zivilisation. Simon ist siebzehn Jahre älter als sein Freund, und als die Erzählung einsetzt, ist er ein alter Mann: er hat einen Schlaganfall erlitten und ist auf Pflege und Betreuung angewiesen: er ist jetzt in einem Heim, denkt an sein Leben zurück und wartet darauf, dass Annar ihn besucht.

Es ist nicht ein leichtes Buch. Denn Alter und Krankheit sind der Vordergrund der Gedanken und Gefühle des Mannes, der sich an sein Leben erinnert. Und die vierzig Jahre Freundschaft mit Annar waren nicht ohne Probleme. Da gab es gerade in letzter Zeit noch eine heftige Auseinandersetzung mit Annar, weil Annar sich vorstellte, er möchte Vater werden (biologischer Vater eines Kindes, das eine lesbische Freundin haben wollte): Simon konnte dafür gar kein Verständnis aufbringen.

Von Abschnitt zu Abschnitt stossen wir auf Themen, die zu Gespräch unter uns Lesern Anlass geben können. Und schon die Tatsache, dass einmal nicht ein junger Schwuler im Zentrum steht, sondern einer, der vor dem Ende steht, lässt nachdenklich werden und fragen nach Sinn und Bedeutung im Leben als Ganzes gesehen.

Ich habe in dem Buch einen Satz gefunden, der mir gut gefallen würde als allgemeine Maxime, über den Zusammenhang hinaus, in dem er in dem Buch steht. Dieser Satz stammt vom Freund eines Krankenpflegers, der in Simons Pflegeheim arbeitet, und er besagt, «dass wir Homosexuelle vor allem stolz auf das Leben sein sollen, das wir als Homosexuelle leben, und nicht Vorbildern nacheifern, die uns im Grunde fremd sind». Doch angesichts von Alter und Krankheit ist vielleicht auch von uns verlangt, dass wir von uns selbst Abstand nehmen, bescheiden werden, uns ergeben in den Lauf unseres Schicksals?

Hans Baer


Odd Klippenvag
«Der Stand der Dinge»
Roman. Aus dem Norwegischen.
Männerschwarm Verlag, 2010.
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Datum: 28.11.2010
Autor: Schwubliothek
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