CD-Tipp Dezember 2010
DJ Corey's CD Tipps für den Dezember 2010. Mariah Carey, Burlesque, Rumer, Take That, Nouvelle Vagu, C'est Chic
MARIAH CAREY, Merry Christmas II You
(Def Jam)Pünktlich zur Adventszeit bringt Mariah Carey die Fortsetzung ihres vor 16 Jahren so erfolgreichen Weihnachtsalbum auf den Markt. Neben vier neuen Songs und diversen zeitlosen Adventsklassikern enthält die neue Version ein Remake ihres Mega-Hits „All I Want For Christmas Is You“. Vom neuen CD-Cover strahlt uns eine sichtlich erschlankte und faltenlose Miss Carey an, obwohl sie im realen Leben schwanger ist und schon vor dem Umstandsmodekauf als „Presswurst“ beleidigt wurde. Nur beim Singen schummelt die Photoshop-Queen nicht. Und das beherrscht sie nach wie vor.

BURLESQUE, Original Motion Picture Soundtrack
„Es braucht eine Legende, um einen Star zu erschaffen.“ - So der Werbeslogan zum Musicaldrama „Burlesque“. Die Legende, die frisch geliftete Cher, feiert ihr Schauspiel-Comeback. Der Star, Stimmakrobatin Christina Aguilera, gibt ihr Leinwanddebüt. Einige Wochen vor dem Schweizer Kinostart erscheint der Soundtrack zum Film. In ihren 8 neuen Songs besinnt sich X-Tina auf alte Tugenden, sprich auf das „Back To Basics“-Album. Mit nur 2 Beiträgen ist Cher deutlich untervertreten, brilliert aber mit der Powerballade „You Haven’t Seen The Last Of Me“ aus der Feder von Diane Warren.

TAKE THAT, Progress
(Polydor)„Progress“ ist das erste Album von Take That als Quintett nach 1995 (!). Nachdem Robbie Williams wieder zu seinen Kollegen zurückgekehrt ist, wird schon überall vom „Comeback des Jahres“ geredet. Zu Recht. Denn auf „Progress“ erfindet sich die Mutter aller Boybands neu. Starproduzent Stuart Price hat Take That einen ehrgeizigen und modernen Sound zwischen R&B, schwedischem Pop, The Killers und Muse gezaubert. Von der gecasteten Teenie-Band ist nicht mehr viel übrig geblieben. Mit „Progress“ können sich Gary Barlow & Co. endlich als ernstzunehmende Pop-Grösse etablieren.

RUMER, Seasons Of My Soul
(Atlantic)Rumer ist eine 31-jährige britische Sängerin mit pakistanischen Wurzeln. Ihre wunderbare Stimme entfaltet gleichzeitig zwei Wirkungen: sie beruhigt und erzeugt Gänsehaut. Burt Bacharach, der grosse Altmeister der sanften Melodien, war von ihr dermassen fasziniert, dass er sie zu ihm in seine Villa nach Los Angelesen einfliegen liess. Mit ihm hat sie einen Song aus seinem neuen Musical eingespielt. Auf „Seasons Of My Soul“ macht Rumer den raffinierten Erwachsenen-Pop im Stil von Carole King, The Carpenters und Dusty Springfield wieder aktuell. Ein Triumph der leisen Töne.

NOUVELLE VAGUE, Couleurs Sur Paris
(Kwaidan Records)C’EST CHIC, French girls singers of the 1960s
(ACE International)Nach angloamerikansichen New-Wave- und Punk-Klassikern knöpfen sich Nouvelle Vague diesmal die französischen Hits aus den 80er-Jahren vor. Wie üblich steckt das Produzenten-Duo um Marc Collien und Olivier Libaux alte Songs in einen Soundgewand aus Bossa Nova, Jazz, Country und luftigen Pop. Und wieder hauchen sanfte Frauenstimmen ins Mikro, u. a. Vanessa Paradis und Olivia Ruiz. Angenehme Vintage-Atmosphäre versprüht auch die Compilation „C’est chic!“, die den französischen Frauen-Pop der 60er-Jahre zelebriert. In der Unschuld liegt die Kraft dieser Göttinnen aus der Generation Yé-Yé. C’est si bon.
