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Lesbischwules Bern

Der Frauenbuchladen zieht umDer Frauenbuchladen zieht um

Der «Frauenbuchladen» in Bern wird ab Januar seine Bücher in der Buchhandlung «Weyermann» an der Herrengasse in Bern verkaufen. In einem Interview mit der Frauenbuchladen Besitzerin, Irene Candinas, lassen wir ein Stück Berner Frauengeschichte aufleben.

Warum fusionierst du nach vierzigjähriger Arbeit mit der Buchhandlung «Weyermann»?
Irene Candinas: Mein Entscheid mit der Buchhandlung Weyermann zu fusionieren war ein Bauchentscheid. Es war ein Entscheid für mich, künftig etwas leiser treten zu können und nebst der Buchhandelsarbeit in Zukunft mehr freie Zeit für mich zu haben. Eine kleine Buchhandlung zu führen, bedeutet lange Präsenz­zeit im Laden. Nach 40-jährigem Engagement werde ich beim «Weyermann» künftig Zeit haben, mich auch einmal in die Bücher hinein zu lesen und nicht nur damit zu handeln.

Warum gibt es in Bern keinen Lesben Buchladen?
IC: Eine eigene Buchhandlung mit Lesbenbüchern wäre ökonomisch gesehen eine Illusion. Es braucht mehr, als „nur“ Lesbenbücher im Angebot, um überleben zu können.

Warum konntest du mit Frauen­literatur und Lesbenbüchern in den 70-er Jahren auf eine grössere Kund­schaft zählen als heute?
Die Lesbenbücher wurden nach dem Coming Out der Lesben in der Gesellschaft von vielen Frauen ein grosses Bedürfnis. Viele junge Frauen wollten sich informieren wie es ist, lesbisch zu sein in dieser Männer dominierenden Gesellschaft. Das führte dann in den 80-er Jahren immer mehr zu Gründungen von Frauenverlagen. Das erste wichtige Buch zur Selbstfindung von lesbischen Frauen war das Buch von Verena Stefan «Häutungen». Ein Kultbuch in den 1970-er Jahren. Alle Frauen wollten das Buch lesen. Das gehörte dazu wie das Amen in der Kirche. Anfänglich beschränkten sich unsere Reisebücher zusätzlich auf «Frauenreisebücher». Mit der Zeit haben wir das Thema dann etwas ausgebaut und Städtereiseführer (nicht nur für Frauen) ins Sortiment mit aufgenommen. Auch bei Kunst­büchern waren es vor allem thematische Bücher über die Stellung der Frau in der Welt der Kunst.

Wie wird die Frauenabteilung inner­halb des Esoterik Buch­ladens «Weyer­mann» geführt?
Für mich persönlich kommt eine Zeit des Engagements in einer neue Buch­handlung. In einem grösseren Team mit anderer Kundschaft hoffe ich natürlich sehr, dass meine Frauen­buch­­hand­lungs­­kundin­nen mir in die Herren­­gasse folgen und ich mich an deren Besuchen und Bücher­einkäufen erfreuen kann. Mit der Zeit werde auch ich mich dann in die Pensionierung einüben und lasse mich gerne überraschen. Hoffen wir also auf ein bleibendes, reichhaltiges Lesbenangebot, das im brand neuen Jahr umzieht und unsere Lesefreude weiterhin zu stillen vermag.

Der Frauenbuchladen mit Irene Candinas wird die Kundinnen ab 3. Januar 2011 in der Buchhandlung „Weyermann“, Herrengasse 30, 3011 Bern bedienen.
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Infos
Datum: 27.12.2010
Autor: Amal Chaoui
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