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Lesbischwules Bern

Romy Ströml – von Kärnten nach KerzersRomy Ströml – von Kärnten nach Kerzers

Gebürtige Österreicherin, Welten­bummlerin, Geschäftsführerin des Liquido Club in Ried bei Kerzers, Initiantin der sonntäglichen GAYmunity – das Portrait einer vielgereisten und kreativen Frau.

(Bild: Romy und Freundin Alicia)

Unser Treffen findet nicht in Südafrika oder Rumänien statt, wo sie einige Zeit gelebt hat, sondern im Marcel‘s Marcili. Ihre Kind­heit verbrachte die 1981 im Bundes­land Kärnten geborene Romy Ströml grössten­teils in Berlin. Die Reise­lust hat sie von ihren Eltern, die vor zehn Jahren in die Dominikanische Republik ausgewandert sind. Die ursprünglich gelernte Kleinkinder­päda­gogin arbeitete schon früh in diversen Bars und auf hoher See. Das Clubschiff AIDA war eine Weile ihr schwimmendes Zuhause. Eine harte und anstrengende Zeit, wie sie sagt. Ihren Beruf als Klein­kinder­päda­gog­in hat sie nie richtig ausgeübt. «Bereits während der Ausbildung stand ich gelegentlich hinter der Bar. Die Arbeit machte mir Spass, ebenso der Kontakt mit den unter­schiedlichsten Menschen» erzählt sie. Das Interesse für die verschiedensten Getränke­krea­tio­nen wuchs und so entschied sie sich für einen Lehrgang als Barkeeperin. Sie siedelte nach München um, absolvierte den Kursus mit Erfolg und mixt seitdem noch viel gekonnter die leckersten Cocktails – mit oder ohne Showeinlage …

Höhlenbar im Urlaubsparadies


Mit dem Diplom im Sack zog es Romy zu ihren Eltern in die Domi­ni­­­ka­nische Republik. In Punta Cana, dem bekannten Touristenort, eröf­fnete sie eine unterirdische Höhlen­bar – DIE Attraktion für viele Ur­laub­er und Einheimische. Auch einige wenige Gay-Partys organisierte die umtriebige Österreicherin. Unter der karibischen Sonne lernte sie ihre Partner­in Alicia, eine Kubanerin, kennen und lieben. Die beiden sind seit vier Jahren ein Paar und haben letzten August geheiratet. «Irgendwann hatte ich genug von der Karibik und wollte wieder zurück nach Europa» erzählt Romy. Das Stellenangebot als Geschäftsführerin im Liquido Club kam deshalb wie gerufen. Sie bekam die Stelle, packte ihre Koffer und zog mit ihrer Frau von der tropischen Wärme in das unbeständige Klima der Schweiz. Anfang 2010 hat sie ihre Stelle als Geschäftsführerin angetreten und übt ihren Beruf mit viel Herzblut aus. «Ich liebe das vielseitige Auf­gaben­­­gebiet. Events organisieren, Flyer gestalten, das Personal instruieren, an der Bar ausschenken». Ich höre die Begeisterung in ihren Worten! Der Nachteil: obwohl sie jobmässig viel Party-Time hat, selber an Partys gehen kann sie selten. «Ich arbeite ja immer am Wochenende». Privat mag sie es aber gerne auch mal ruhig. «Wenn ich frei habe, geniesse ich das Zusammensein mit meiner Partnerin, lange, tiefgründige Gespräche oder ausgiebige Spazier­gänge mit meinen beiden Yorkshire Terriers».

Sonntags tanzen in Kerzers


Im November 2010 lancierte Romy die GAYmunity. Jeweils am Sonntag­abend kann die schwul-lesbische Gemeinde in lauschigem Ambiente eines ihrer herrlichen Cocktails schlürfen, chillen, plaudern oder auch zu stimmiger Musik abtanzen. «Fast nirgendwo kann sonntags getanzt werden. Bei uns schon und dies entdecken immer mehr Leute».

Auf meine letzte Frage, ob sie ein Lebensmotto hat, sagt sie: «Der Weg ist das Ziel – think positive». Tatort Liquido, anstelle Tatort im TV! Eine gute Idee, an einem Sonntagabend den eigenen Wohnzimmersessel mit einer gemütlichen Couch im Liquido zu tauschen und zur Abwechslung live am Ort des Geschehens mit dabei zu sein! Die gayAgenda wünscht Romy Ströml weiterhin gutes Gelingen!

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Infos
Datum: 01.02.2011
Autor: Sibylle Pappé
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