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Freizeit und Lifestyle

Erinnerungen an Argentinien: «Ab hier kommt nur noch der Südpol»

Erinnerungen an Argentinien: «Ab hier kommt nur noch der Südpol»

Zur Abwechslung Malbec anstatt Pinot Noir? Tangoklänge statt quietschende Trams? Dulce di Leche statt Konfitüre? Mit einem heissblütigen Porteño flirten? Diesen Kulturwechsel habe ich mir neulich auf einer Reise nach Argentinien gegönnt.

Nach einem sehr langen Flug landete ich im frühlingshaften Buenos Aires. Die Mischung aus Latein­amerika und Europa macht «Paris des Südens», wie die Millionenstadt auch genannt wird, anziehend. Deren Stadtbild wurde vor fast 200 Jahren geprägt, als europäische Städtebauer breite Boulevards, Wohnhäuser mit bis zu 10 Etagen und Parks entworfen haben.

Es duftet nach Asado


Eingecheckt hatte ich im Hotel Axel. Das Gay Hotel bietet viel Komfort, Design, angenehmes Ambiente und liegt zentral im schönen Stadtteil San Telmo. Dort ist sonntags immer ein bekannter Trödel­markt. Anti­qui­täten und Hand­werk werden zu günstigen Preisen angeboten. Als ich die zahlreichen Marktstände entlang schlenderte wehte mir ein herrlicher Grillduft entgegen. Wie ich dann merken sollte, riecht es in Argentinien praktisch überall nach Asado (Barbecue). Ich kam zu einem grossen Grill, wo «Choripan» brutzelte. Dieser argentinische «Hot Dog» ist heftige aber leckere Kost. Genau das Richtige um mich weiter durch das Markttreiben bis zum Plaza Dorrego zu drängen.

Tango immer und überall


Schon von weitem habe ich die schwermütigen Tangomelodien gehört. Zu einem Cortado (Espresso) bewunderte ich Paare jeden Alters, die völlig konzentriert tanzten. In Bars, auf Plätzen oder an der Busstation wird Tango in Buenos Aires überall getanzt. Daniel Gilgen, von Globus Reisen, hat mir bei der Reiseplanung empfohlen «verbringe mehr als eine Woche in Buenos Aires». Das hat sich als wertvoller Tipp erwiesen. Als Schwuler fühlt man sich in der Metropole gut unterhalten und sicher aufgehoben. In Palermo dem trendigsten Stadtteil, gibt es zahlreiche Bars, gute Restaurants, interessante Geschäfte und Clubs. Das Angebot für Gays ist grösser als in manch europäischer Stadt.

Latino oder House?


So nach Mitternacht ist Einstimmen auf eine Clubnacht in einer Bar ideal. Ganz besonders cool fand ich «Amerika». Der grösste Gay Club in Buenos Aires bietet auf drei Floors nebst den Latino Rhythmen auch richtig guten House. Die Porteños (Einwohner von Buenos Aires) tanzen graziös und ausgelassen und nehmen auch schlaksig wippende Touristen, wie mich, spontan in ihre Reihen auf. Als ich frühmorgens nach einem Taxi suchte, war in den Strassen emsiges Treiben. Seit der letzten Wirtschaftskrise sind noch immer viele Geschäfte dauerhaft geschlossen und zu viele Leute leben in Kartonhütten in den Parks. Genau diese «Cartoneros» durchforsten nachts die bereitgestellten Säcke nach wiederverwertbarem Material, bevor allmorgendlich der übrig gelassene Kehricht weggebracht wird.

Bis ans Ende der Welt


Während zwei weiteren Wochen war ich durch die wunderbare Landschaft Patagoniens auf einem Trekking. Von lokalen Guides geführt, habe ich in einer 12-köpfigen internationalen Reisegruppe den weltberühmten Gletscher Perito Moreno, die Nationalparks Torres del Paine und Tierra del Fuego (Feuerland) erkundet. In Ushuaia, am Ende der Welt angelangt, verfällt man leicht in eine melancholische Stimmung. «Ab hier kommt nur noch der Südpol» sinnierte Lisa, eine irische Rucksacktouristin, während wir auf einem kleinen Kahn durch den Beagle-Kanal tuckerten. Sechzehn Flugstunden von Europa weg zu sein, tut irgendwie gut.

Für gayfriendly Reisen nach Buenos Aires empfehlen wir den Spezialisten Daniel Gilgen-Summermatter von Globus Reisen. Am 23. März führt er mit Studiosus Reisen einen Länderabend über Argentinien durch (Im Kirchgemeindesaal in Bümpliz)
Infos: bern@globusreisen.ch


(Fotos: René Böhlen)
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Infos
Datum: 03.03.2011
Autor: René Böhlen
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