Far from Heaven – Dem Himmel so fern
In der Julianne Moore-Filmreihe in der Cinematte wird am 7. und 11. April das Melodrama «Far from Heaven» vom schwulen Regisseur Todd Haynes gezeigt. Julianne Moore spielt eine Hausfrau in den 50er Jahren die herausfindet, dass ihr Mann schwul ist und sich in ihren schwarzen Gärtner verliebt.
In Todd Haynes Filmen ist Homosexualität oft ein Thema. In seinem Debüt Spielfilm «Poison» liess er sich vom französischen Schriftstelle Jean Genet inspirieren und erzählt von der Liebe zwischen zwei Häftlingen. Damit wurde er 1991 zum Mitbegründer der New Queer Cinema Bewegung. In seinem dritten Spielfilm «Velvet Goldmine» wird eine schwule Amour-Fou in der Glam-Rock Szene im England der 70er Jahre erzählt. Die Figuren basieren auf David Bowie und Iggy Pop. Obwohl an den Kinokassen nicht erfolgreich, hat dieser Film heute einen gewissen Kultstatus erreicht.Erst mit seinem vierten Spielfilm «Far from Heaven» aus dem Jahre 2002 hatte er sowohl bei den Kritikern als auch an der Kasse erfolg. «Far from Heaven» lehnt sich an die klassischen Melodramas aus den 50er Jahren an, wie zum Beispiel «All That Heaven Allows» von Douklas Sirk. Julian Moore spielt die Hausfrau Cathy Whitaker die scheinbar das perfektes Leben führt mit einem erfolgreichen Mann (Dennis Quaid), netten Kinder und einem schönen Haus in einem typischen amerikanischen Vorort in den 50er Jahren. Aber ihre Welt fällt auseinander als sie erfährt, dass ihr Mann schwul ist und der trotz Psychotherapie das auch ausleben will. Zudem beginnen die Nachbar über sie zu tuscheln, weil sie sich mit ihrem schwarzen, verwitweten Gärtner in der Öffentlichkeit zeigt, zu dem sich Cathy hingezogen fühlt, was in den rassistischen 50er Jahren einem Tabubruch gleich kommt. Dem Druck der Gesellschaft nicht gewachsen, muss sie ihre eigenen Gefühle unterdrücken um den Schein aufrecht zu erhalten.
Julianne Moor spielt Cathy überragend und wurde für dem Oscar nominiert. Todd Haynes hat den Film im Stil der 50er Jahr inszeniert, in knalligen Technicolor-Farben, mit grossartiger Ausstattung und wundschönen Kostümen. Die Zeit schrieb: «Dem Himmel so fern ist eine filmische Elegie über Gefühle, die im wahrsten Sinne des Wortes nicht ins Bild passen, über Begehren und Sehnsüchte, die im Keim erstickt werden, weil es für die, die sie empfinden, keinen gemeinsamen Ort gibt.»
7. & 11. April, 21 Uhr, Cinematte
«Far from Heaven»
Regie: Todd Haynes
mit Julanne Moor, Dennis Quaid, Dennis Haysberth
US 2002, E/d,f:
