CD-Tipp April 2011
DJ Corey\\\'s CD Tipps für den April: Britney Spears, Jennifer Hudson, Hunx and his Punx, Yelle, Oh Land und Lykke Li.

BRITNEY SPEARS, Femme Fatale
(Jive / Sony)Alle, die glaubten, Britneys Französischkenntnisse beschränkten sich nur auf bestimmte Sexualpraktiken, seien eines Besseren belehrt. An den Mythos einer anrüchigen „Femme Fatale“, wie ihr siebtes Album heisst, kommt sie aber nicht wirklich heran. Brit passt wohl eher in das Bild des von skrupellosen Hit-Produzenten ferngesteuerten Püppchens, das brav ihr chartsträchtiges Programm abspult. In fast jedem neuen Song ersäuft ihr dünnes Stimmchen in einem Tsunami an bombastischen Soundeffekten und erinnert im besten Fall an Pop-Starlet Kesha.

JENNIFER HUDSON, I Remember Me
(J Records / Sony)Nachdem Plattenboss Clive Davis selber einsehen musste, dass sein bestes Zugpferd Whitney Houston leider keinen Ton mehr trifft, präsentiert er mit Jennifer Hudson seinen neuen Schützling. Für die 28-jährige Sängerin und Schauspielerin, die dank einer Crash-Diät 25 Kilos abgespeckt hat, hat Mister Davis nur Top-Musiker, -Songschreiber (R. Kelly, Alicia Keys) und –Produzenten (Stargate, Ryan Tedder) mobilisiert. „I Remember Me“ ist eine aufwendige und effektvolle Hochglanzproduktion, auf der Jennifer ihre aussergewöhnliche Soul-Stimme richtig austoben lässt.

HUNX AND HIS PUNK, Too Young To Be In Love
(Hardly Art)Hunx and his punk aus Oakland (Kalifornien) ist die erste Girlgroup mit einem extravaganten schwulen Boy als Frontmann. In ihrem Sound leben der Teenage Rock’n’Roll der 50er-Jahre, die Girlgroups der 60er-Jahre und der Garage-Punk der Ramones fort. Das erste reguläre Album „Too Young To Be In Love“ wurde im selben Studio in New York eingespielt, wo auch legendäre Aufnahmen für die unvergessliche Ronnie Spector entstanden. Ivan Julian, Gründungsmitglied der New Yorker Punk-New Wave-Band Richard Hell and The Voidoids, hat die rohe Produktion besorgt.

YELLE, Safari Disco Club
(V2/Universal)Aus Frankreich kommt Yelle, das lustige Trio um Frontfrau Julie Budet. Bei Yelle trifft unschuldig-mädchenhafter Sprechgesang à la Lio oder Alizée auf fette Elekro-Beats und zuckersüssen Disco-Rhythmen. Das macht Höllenspass und kann zur Sucht werden. Yelles tolle Kollaborationen mit Robyn, Katy Perry und The Crookers brachte ihnen auch die verdiente internationale Aufmerksamkeit. Auf dem zweiten Album \\\"Safari Disco Club\\\" geht die Party weiter, garniert mit einem Augenzwinkern und manchmal mit einem Schuss Melancholie. C’est la vie.

OH LAND, Oh Land
(Sony)LYKKE LI, Wounded Rhymes
(Atlantic/Warner)Zurzeit sind zwei Anwärterinnen im Rennen um den Titel der Eisprinzessin des Pop. Die Dänin Oh Land musste wegen einer Rückenverletzung ihre Karriere als Ballerina an den Nagel hängen und kam durch ihre Eltern zur Musik. Oh Land liebt das Spiel mit den Gegensätzen. Ihr sphärischer Traum-Pop scheint im Innern einer Schneekugel gewachsen zu sein. Die Schwedin Lykke Li fand im selbst erlebten Schmerz die Inspiration für ihr zweites Album. Das stark von Tribal-Percussion geprägte „Wounded Rhymes“ strahlt eine beklemmend düstere Grundstimmung aus. Das ist Blues für das 21. Jahrhundert.
CD-Tipps von DJ Corey jeden 1. Sonntag im Monat, 19 Uhr im gayRadio auf Radio Rabe oder www.gayradio.ch
