Plakataktion an allen Berner Schulen
comingInn, die Jugendgruppe für schwule und bisexuelle Jungs in Bern macht mit einer Plakat- und Flyeraktion an allen Berner Schulen erneut auf sich aufmerksam. Die comingInn wünscht sich, das die Drucksachen am Schwarzen Brett, in der Bibliothek und in den Klassen aufgehängt und aufgelegt werden, damit unsichere und ungeoutete schwule Jugendliche durch den Jugendtreff Kontakt zu Gleichgesinnten herstellen und sich über Ihre Gefühle austauschen können. Unterstützt wird die Aktion auch vom Berner Erziehungsdirektor Bernhard Pulver.
comingInn ist die Berner Jugendgruppe für schwule und bisexuelle Jungs bis 27 Jahre. Viele schwule und bisexuelle Jugendliche haben es im heterosexuell geprägten Umfeld schwer zu sich selbst und ihren Gefühlen zu stehen. Die Diskrepanz zwischen dem Wunsch, so zu sein wie «alle anderen» und der Wirklichkeit ihrer Gefühlswelt kann zu schweren Depressionen und gar Suizid führen. Oft fehlt es nur am Wissen, dass man mit seinen Gefühlen nicht alleine ist. Ziel der comingInn ist es, diesen Jugendlichen zu zeigen, dass es andere Jungs gibt, die gleich fühlen und mit denen sie über ihr Schwulsein reden können. Die Jugendgruppe möchte ihnen die Möglichkeit geben, sich auszutauschen, neue Freunde zu finden und mit Gleichaltrigen Spass zu haben. Dafür organisieren wir an zwei Montagen im Monat ein gemeinsames Treffen. Das aktuelle Programm ist jeweils auf der Webseite ersichtlich.Der Vorstand hat die Erfahrung gemacht, dass viele Jugendliche in der Region Bern eine solche Jugendgruppe schätzen und nutzen würden, jedoch nicht genügend über das Angebot informiert sind. Klar wurde dies dadurch, dass viele
Besucher durch Zufall auf die Webseite der comingInn stiessen und bisher nichts von einer schwulen Jugendgruppe wussten. Aus diesem Grund entschied der Vorstand, eine umfassende Informationskampagne an allen Sekundar-, Real- und Berufsschulen sowie Gymnasien, Fachhochschulen usw. des Kantons Bern zu lancieren. Schliesslich sind in einer durchschnittlichen Schulkasse mindestens ein bis zwei SchülerInnen homosexuell. Um möglichst viele Jugendliche einfach zu erreichen, entschied sich der Vorstand, Plakate drucken und aufhängen zu lassen. Somit können Jungs die wichtigsten Informationen - namentlich das Angebot der Jugendgruppe und die Adresse der Website für weitere Informationen - sofort sehen, ohne sich vor ihren Freundinnen und Freunden als Interessierte outen zu müssen. Weiter liess die comingInn Flyer gestalten, auf welchen alle wichtigen Informationen zu finden sind.
Für Lehrkräfte, BeraterInnen und Jugendtreff-LeiterInnen erarbeitete der Vorstand eine spezielle Informationsbroschüre, die weiterführende Informationen über die comingInn enthält.
Unterstützt werden Vorstand und Mitglieder der comingInn durch die Erziehungsdirektion und den Erziehungsdirektor des Kantons Bern Bernhard Pulver persönlich.
Die comingInn hat eine ähnliche Aktion bereits vor vier Jahren durchgeführt und darauf mehrheitlich positives Feedback erhalten. Zur Finanzierung des Projekts beigetragen haben die HAB (Homosexuelle Arbeitsgruppen Bern), Pink Cross (Schweizerische Schwulenorganisation), fels (Freundinnen, Freunde und Eltern von Lesben und Schwulen), sowie die Aids Hilfe Bern. Sie alle erachten die Arbeit von comingInn als wichtig für die Förderung der physischen und psychischen Gesundheit von schwulen und bisexuellen Jugendlichen.
