CD-Tipps September 2011
DJ Coreys CD Tipps für den September: Dolly Parton, Barbra Streisand, Doris Day, Michael von der Heide und Will Young.
DOLLY PARTON, Better Day
(Dolly Records)Auch nach viereinhalb Dekaden im Showbusiness wird Country-Legende Dolly Parton oft nur auf ihr äusserliches Erscheinungsbild reduziert, dasjenige einer Comic-Figur, wie sie selber behauptet. Aber hinter der ganzen Glanz- und Glamour-Fassade steckt nach wie vor eine sensible und hervorragende Singer-Songwriterin. Auf ihrem 41. Album „Better Day“ spickt Dolly Parton ihre luftigen Country-Pop-Songs mit Botschaften voller Optimismus. Sie zeigt überzeugend, dass man mit positiver Einstellung und Herzlichkeit einfach ruhiger durchs Leben gehen kann. Gerade in diesen Krisenzeiten.

BARBRA STREISAND, What Matters Most
(Sony)Im Lauf ihrer langen Karriere hat die berühmte Entertainerin mit Songs des Autorenpaars Alain und Marilyn Bergmann zahlreiche Erfolge gefeiert. Für „What Matters Most“ hat die mehrfach preisgekrönte Sängerin, Schauspielerin, Regisseurin und Produzentin zehn Bergmann-Songs ausgewählt, die sie bisher noch nicht aufgenommen hat. Darunter befinden sich auch alte Hits für Stars wie Frank Sinatra und Sergio Mendes. Mit „What Matters Most“ ist der Künstlerin wieder einmal ein Album der Superlative gelungen, das ihr die nächste Grammy-Nominierung wohl einbringen dürfte.

DORIS DAY, My Heart
(Sony)Bevor Doris Day mit Screwball-Komödien wie «Bettgeflüster» oder «Ein Pyjama für zwei» Weltruhm erlangte, war sie schon eine sehr erfolgreiche Sängerin. Allerdings erfuhr ihre Gesangs- und Filmkarriere Ende der 60er-Jahre ein abruptes Ende, weil ihr Sauberfrau-Image plötzlich nicht mehr in die damalige Zeit passte. Nach mehr als vier Jahrzehnten im selbst auferlegten Exil wagt der heute 87-jährige Star ein musikalisches Comeback. Ein neues Album als Ablenkung, um angeblich über den Verlust ihres Sohns hinwegzukommen. „My Heart“ ist nicht nur ein aussergewöhnliches Beispiel von Mutterliebe, sondern auch eine rare Perle des Easy Listening.

MICHAEL VON DER HEIDE, Lido
(Sony)Schweizer Primadonna Michael Von der Heide lädt alle herzlich zur Showtime mit Federboa, Strass und Pailletten ein. Wie in den grossen Tempeln für hochklassiges Variété in Paris wird Michaels Revue strikt auf Französisch vorgetragen, kommt aber auch ohne Can Can, Cabaret oder Zirkusnummern sehr gut aus. In der Kleinkunst war MvdH schon immer ganz in seinem Element. Spätestens seit seiner gelungenen Kollaboration mit DJ Antoine „Bleu Infini“ ist er auf den Geschmack gekommen, die kleinen Clubs in Tanzfieber zu versetzen. Auf „Lido“ verwöhnt uns MvdH über eine ganze Albumlänge mit hinreissenden Melodien und dezenten Beats.

WILL YOUNG, Echoes
(19 Recordings)Der britische Popstar Will Young (32) gewann 2002 die erste Staffel Castingshow ‘Pop Idol’ und outete sich im gleichen Jahr als schwul. Zumindest in seiner Heimat erreichten seine bis 2009 veröffentlichten vier Alben stets respektable Chartsplatzierungen. Mit „Echoes“ läutet der Sänger ein neues wichtiges Kapitel seiner Karriere ein. Aufgenommen wurden die dreizehn Tracks mit Hilfe des supercoolen Pop-Produzenten und DJ Richard X (Sugababes, Goldfrapp). Das neue Material gewinnt durch die unterschwelligen Dance-Elemente erheblich an Klasse und Substanz.
