Zweiter Frühling der Schlub
Seit 20 Jahren gibt es sie, die Schwul-lesbische Unigruppe Bern. Leider hat sich bei der Schlub lange Zeit nichts getan, sie hat sogar für drei Jahre aufgehört zu existieren. Diego, angehender Sozialarbeiter, ehemaliger Jugendgruppenleiter und Partyveranstalter und momentaner Präsident der Schlub, hat nun vor, der Schlub zu neuem Glanz zu verhelfen.
Dabei soll die Schlub weiterhin primär eine Begegnungsplattform bleiben, sich aber aktiver präsentieren und häufiger Veranstaltungen durchführen. Zusätzlich zum Monatlichen Treffen im «Petits Fours» sollen vermehrt unregelmässige Events wie gemeinsame Kinobesuche, gemeinsame Essen, Ausstellungsbesuche oder Diskussionsrunden angeboten werden. Dabei legt Diego grossen Wert darauf, dass die Veranstaltungen jeweils genügend Freiraum für lockere Begegnungen und Gespräche bieten. Gerade eine Organisation, die zu einem grossen Teil aus Studierenden besteht, läuft Gefahr, zu verkopft, zu akademisch zu werden; und dem möchte er vorbeugen. Natürlich können innerhalb der Schlub auch ernste Themen angesprochen und Diskussionen geführt werden, erklärt er, die zwischenmenschliche Begegnung an sich sollte aber im Zentrum stehen. Entsprechend soll sich die Schlub künftig auch stärker öffnen und nicht nur Studierende, sondern auch Fachangestellte und Menschen aus höheren Fachschulen ansprechen. Gerade als ehemaliger Leiter einer schwulen Jugendgruppe in Winterthur weiss Diego, dass viele Menschen, die aufgrund ihres Alters nicht mehr in eine Jugendgruppe passen, häufig immer noch das Bedürfnis haben, sich in einem geschützten Rahmen mit anderen Homosexuellen zu treffen und auszutauschen. Natürlich gibt es verschiedene Angebote für homosexuelle Menschen; viele davon wenden sich aber an ein Publikum über dreissig. Die dazwischen klaffende Lücke wird durch Organisationen wie der Schlub gefüllt, viele Mitglieder sind zwischen 20 und 30. Eine sinnvolle Sache also. Wenn Diego nach seiner Motivation für sein Engagement und nach den Erfolgschancen seines Wiederbelebungsversuchs gefragt wird, antwortet er sehr zuversichtlich. Sowohl die von ihm geleitete Jugendgruppe wie die von ihm mitorganisierte Partyreihe «Nextmotion» im anderLand haben gut funktioniert. Er wolle herausfinden, ob ihm dieses Projekt auch gelinge. Sein Vertrauen in das erneute Aufblühen der Schlub überzeugt; von der Schlub wird man in Zukunft bestimmt wieder mehr hören. Wer sich gerne selber davon überzeugen möchte, kann dies am 4. Oktober ab 19:30 im Petit Fours tun. Wer lieber vor einem Treffen mit der Gruppe per Mail Kontakt aufnehmen möchte oder Fragen zur Schlub hat, kann diese an die unten aufgeführte Adresse senden. Im Moment beläuft sich die Mitgliederzahl auf etwa Dreissig. Es würde sich bestimmt lohnen, dazu beizutragen, diese Zahl in die Höhe zu treiben!Schlub-vorstand@lists.unibe.ch
www.schlub.unibe.ch
