Nationalrat sagt Nein zur Petition: Gleiche Chancen für alle Familien
Die Organisationen hinter der Petition sind besorgt, dass der Nationalrat am 30. September die Petition abgelehnt hat. Damit werden Regenbogenfamilien weiterhin diskriminiert.
Der Verein Familienchancen und der Dachverband Regenbogenfamilien sowie Freundinnen, Freunde und Eltern von Lesben und Schwulen FELS, die Lesbenorganisation Schweiz LOS, die Schweizerische Schwulenorganisation Pink Cross und Transgender Network Switzerland sind besorgt, dass die Nationalrätinnen und Nationalräte am 30. September 2011 die Petition “Gleiche Chancen für alle Familien” mit 97 zu 83 Stimmen (8 enthalten, 11 nicht teilgenommen) abgelehnt haben. Damit werden Regenbogenfamilien weiterhin diskriminiert.“Wir sind betroffen, dass eine Mehrheit der Nationalrätinnen und Nationalräten bewusst zulässt, dass tausende Kinder, die in Regenbogenfamilien aufwachsen, rechtlich benachteiligt bleiben,” sagt Martina Scheibling von Känel vom Dachverband Regenbogenfamilien.
Mit Ablehnung der Petition “Gleiche Chancen für alle Familien” sind die Forderungen nach Anerkennung von gleichgeschlechtlicher Elternschaft vorerst vom Tisch. Die beiden hängigen Motionen zur Aufhebung des Verbots der Adoption und der Stiefkindadoption werden in der Winter- oder Frühjahrssession an der Tagesordnung stehen.
Mit der Petition bitten der Verein Familienchancen und 19\\\'380 MitunterzeichnerInnen Parlament und Bundesrat, sich mit den Regenbogenfamilien zu befassen. Ziel ist eine gesetzliche Regelung welche die rechtliche Benachteiligung von Regenbogenfamilien beseitigt – Benachteiligungen, die in erster Linie die Kinder zu tragen haben. Dabei geht es namentlich um die Stiefkindadoption und um die Adoption von Kindern, zu denen eine nahe Beziehung besteht. Das heutige, kategorische Adoptionsverbot für Personen in eingetragener Partnerschaft verunmöglicht Adoptionen durch Personen in eingetragener Partnerschaft auch dort, wo es für das Kind die beste Lösung darstellt.
Der Dachverband Regenbogenfamilien setzt sich auf nationaler Ebene für die Anliegen und Interessen von Regenbogenfamilien ein und ist Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema. Gesellschaftliche Anerkennung alternativer Familienformen, ein Ende der diskriminierenden Verhältnisse und die Gleichstellung in Bezug auf Elternrechte sind seine zentralen Forderungen.
