CD-Tipps Oktober 2011
DJ Coreys CD Tipps für den Oktober: Tori Amos, Rosenstolz, Gloria Estefan, Kid Creole & The Coconuts, Grace Jones und Erasure
TORI AMOS, Night Of Hunters
(Deutsche Grammophon)Die exzentrische Tori Amos ist die erste Singer/Songwriterin mit einem Vertrag beim renommierten Label Deutsche Grammophon. Ein Privileg, das bisher nur illustren Männerkollegen wie Rufus Wainwright zuteil wurde. Auf dem ambitionierten Konzeptalbum „Night Of Hunters“ bearbeitet und variiert Amos Melodien von klassischen Komponisten und vereinigt sie in einem romantischen Liederzyklus, um die Geschichte einer verlorenen Liebe zu erzählen. Die Hauptakteure sind Amos nuancenreiche Stimme und ihr Bösendorfer Flügel, die von einem Streicherquartett und verschiedenen Blasinstrumenten wunderbar ergänzt werden.

ROSENSTOLZ, Wir sind am Leben
(Island/Universal)Das Berliner Duo um Sängerin AnNa R. und dem Songwriter und Sänger Peter Plate kann auf eine beeindruckende 20-jährige Karriere zurückblicken. Am Anfang waren Rosenstolz nur in der schwullesbischen Subkultur verankert. Seit 2004 füllen sie Arenen und Stadien. Mit der Ankunft im Mainstream hat die Musik von Rosenstolz einige Ecken und Kanten eingebüsst. Zudem hat der ständige Erfolgsdruck bei Peter Plate einen schlimmen Burnout ausgelöst. Mit „Wir sind am Leben“ wagen Rosenstolz den Aufbruch in die dritte Dekade und sind wieder voller Mut und Zuversicht. Dafür möchte man sie umarmen.

GLORIA ESTEFAN, Miss Little Havana
(Verve Forecast)Mit ihrem neuen Projekt bringt die Queen des Latin-Pop alle Stimmen zum Schweigen, die sie in den vorzeitigen Ruhestand schicken wollten. Vier Jahre nach dem spanischsprachigen Album „90 Millas“, einer Rückbesinnung auf ihre kubanischen Wurzeln, verspürt der 54-jährige Latino-Star wieder Lust auf das Tanzen. Für „Miss Little Havana“ konnte Frau Estefan den einmal sehr innovativen Pharrell Williams (u. a. Madonna, Gwen Stefani, Shakira) als Co-Writer und Co-Produzenten verpflichten. Das Ergebnis begeistert vom Start mit urbanem Flair und Latin-Dance-Beats.

KID CREOLE & THE COCONUTS, I Wake Up Screaming
(Strut)GRACE JONES, Hurricane Dub
(PIAS)Zwei Disco-Legenden aus den Achtzigerjahren sind wieder im Gespräch. Bei Kid Creole & The Coconuts ist von der Originalbesetzung nur noch Bandleader August Darnell geblieben. „I Wake Up Screaming“, das erste Studioalbum seit 14 Jahren, ist wieder von Soul, Funk und karibischen Einflüssen geprägt. Die New Yorker New-School-Disco-Grössen Andy Butler und Brennan Green (Hercules & Love Affair) geben dem Mix den zusätzlichen Groove. Mit dem Comeback-Album „Hurricane“ (2008) bekam Grace Jones ihren Kultstatus als androgynes Gesamtkunstwerk zurück. Auf „Hurricane Dub“ erscheinen die zehn Originalsongs in einem düsteren und basslastigen Klanggewand.

ERASURE, Tomorrow’s World
(Mute)Die schwulen Synth-Pop-Veteranen Erasure haben mit Songs wie „A Little Respect“, “Sometimes“, „Victim Of Love“, „Ship Of Fools“, „Chains Of Love“, „The Circus\\\\\\\'“und „Breathe“ einen Hit nach dem anderen gelandet. Auch nach 25 Millionen verkauften Alben ist ihr futuristischer, elektronischer Sound heute aktueller denn je. Für ihr vierzehntes Studioalbum „Tomorrow’s World“ haben Andy Bell und Vince Clark den jüngeren und modernen Dance-Produzenten Frankmusik ins Boot geholt. Am Mischpult sass Rob Orton, der schon für Lady GAga und Pet Shop Boys Remixe anfertigte.
