CD-Tipps Januar 2012
DJ Coreys CD Tipps für den Januar: Lana Del Rey, Anna Rossinelli, Tiziano Ferro, Rebecca Ferguson, Patrick Wolf und Tegan & Sara

LANA DEL REY, Born To Die
(Interscope)Die Pop-Hoffnung dieses noch jungen Jahres ist modisch und musikalisch in den 60er-Jahren zurückgeblieben. Die Amerikanerin sieht sich selbst als böse Reinkarnation der Stilikone Nancy Sinatra. Mit ihrem Erstling «Born To Die» möchte sie den Pop mit dem Tod wiederbeleben. Ihr morbid-charmanter «Country-Soul Noir» ist stark geprägt von Soundtracks zu Schwarzweiss-Filmen und den Regiearbeiten von David Lynch. Auch in den millionenfach aufgerufenen Videos zu den Singles setzt Lana Del Rey auf den Retro-Effekt. Wie kaum eine andere nimmt sie Pop als Gesamtkunstwerk ernst. Kein Wunder, wenn sie damit bei Kritik und Publikum sehr gut ankommt.

ANNA ROSSINELLI, Bon Voyage
(Universal)Dank Anna Rossinelli durfte die Schweiz nach fünf mageren Jahren endlich wieder mal ins Finale des Eurovision Song Contest einziehen. Leider brachte ihr die Startnummer 13 kein Glück und sie musste mit dem letzten Rang vorliebnehmen. Immerhin war der Bann gebrochen und mit «In Love For A While» wurde der erste wichtige Grundstein für Annas Musikkarriere gelegt. Für ihr Debüt «Bon Voyage» konnte die sympathische Baslerin ihren Kantonsgenossen Fred Herrmann von der erfolgreichsten Schweizer Musikproduktionsfirma Hitmill gewinnen. Mit echtem Strassenmusik-Flair wird sich Anna Rossinelli mühelos in die Schweizer Charts katapultieren.

TIZIANO FERRO, L’amore è una cosa semplice
(EMI)Vor einem Jahr kam der italienische Sänger aus dem Schrank. Mit einem ausführlichen Interview in der italienischen Ausgabe der «Vanity Fair» und einer Autobiographie «Trent‘anni e una chiacchierata con papà» («30 Jahre und ein Gespräch mit Papa») hat Tiziano Ferro entwaffnend ehrliche Einblicke in sein Innenleben gewährt. «L’amore è una cosa semplice» («Die Liebe ist eine einfache Sache») ist das Album eines jungen Mannes, der Frieden mit sich selbst und der Welt gefunden hat. Nach 10 Jahren Karriere gilt Tiziano Ferro immer noch als Garant für qualitativ hochstehenden und eingängigen Italo-Pop.

REBECCA FERGUSON, Heaven
(Epic)Trotz besserer Stimme wurde Rebecca Ferguson bei der englischen Ausgabe von «X-Factor» 2010 vom unscheinbaren Matt Cardle auf den 2. Platz verwiesen. «X-Factor»-Produzent und Talent-Macher Simon Cowell hat der Sängerin aus Liverpool die Chance auf einen Plattenvertrag aber zu Recht nicht vergeigt. Auf «Heaven» hat sich Rebecca dem bittersüssen Retro-Soul-Pop verschrieben, der den Vergleich mit Adele, Duffy und Amy Winehouse problemlos standhält. In alle zehn Titel bringt die Newcomerin ihre ausdrucksstarke Stimme – die zwischen Gabrielle und Corinne Bailey-Rae anzusiedeln ist – und natürlich auch viel von sich selbst mit ein.

PATRICK WOLF, Brumalia
(Universal)TEGAN & SARA, Get Along
(CD und DVD, Warner)Indie-Schätzchen Patrick Wolf ergänzt sein im letzten Sommer erschienenes Liebesalbum «Lupercalia» mit der weniger heiteren EP «Brumalia». Das sieben Stück starkes Mini-Opus hat der britische Barde nach einem alten Winterfest im römischen Kalender genannt. Artwork und CD-Cover wurden von Punk-Mama Patti Smith entworfen, mit der er kurz auf Tour war. Die lesbischen Zwillingsschwestern Tegan and Sara verwöhnen ihre Fans mit einem attraktiven Paket bestehend aus CD mit Unplugged-Sessions und DVD mit Konzertfilm, einem intimen Karrierenporträt und dem Video zur privaten Familienreise nach Indien. Eine wirklich gelungene Werkschau.
