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Mousse des Monats

Theater: Eine Lüge zerstört allesTheater: Eine Lüge zerstört alles

Theater Central, das junge Theaterkollektiv aus Bern, bringt im Oktober das Stück «Kinderstunde» auf die Bühne, inszeniert von Alec Broennimann. Eine Geschichte über die Kraft einer Lüge, über verdrängte Wahrheiten und gesellschaftliche Vorurteile.

«Nun weiss ich, warum mich das Universum dazu geprügelt hat, dieses Stück jetzt zu inszenieren», meint Regisseur Alec Broennimann. «Ich hatte leidenschaftliche Spieler zur Hand und ein leidenschaftliches Stück in der Schublade – das Resultat berührt mich auf so vielen Ebenen.» Was Alec Broennimann, Schauspieler, Musicaldarsteller und Regisseur so begeistert ist ein 80-jähriges Theaterstück. Als «Kinderstunde» von Lillian Hellmann 1934 am Broadway gezeigt wurde schockierte und faszinierte es das Publikum gleichermassen. Denn es geht um das Thema Homosexualität.

Die beiden jungen Lehrerinnen Karen Wright und Martha Dobie führen zusammen ein Mädcheninternat. Karen ist mit Dr. Joseph Cardin verlobt, dessen Nichte Mary Tilford das Problemkind der Schule ist. Als Mary wegen ihrer notorischen Lügen bestraft wird, reisst sie aus zu ihrer Tante Amelia Tilford. Um nicht wieder in die Schule zurückkehren zu müssen, erzählt sie ihrer Tante von einem angeblichen Verhältnis der beiden Frauen. Mrs. Tilford alarmiert die Eltern der anderen Mädchen, die ihre Töchter aus der Schule holen. Karen und Martha bleibt schliesslich nichts anderes übrig, als einen Prozess wegen übler Nachrede gegen Mrs. Tilford zu führen. Als sie diesen verlieren, ist ihr Lebenswerk zerstört.

Trotz des für diese Zeit sehr freizügigen Umgangs mit dem Thema Homosexualität wurde das Stück zu einem grossen Erfolg. Der bekannte Regisseur William Wyler hat die Geschichte später sogar zwei Mal verfilmt 1936 und 1961 mit Audrey Hepburn und Shirley MacLaine in den Hauptrollen.

Aktueller denn je 

Nicht nur der Umgang der Ge-sell-schaft mit der homosexuellen Liebe ist Thema der Geschichte. Es geht auch darum, wie sich Gerüchte verbreiten, die letztlich für die betroffenen Menschen verheerende Folgen haben. Das Gerede bedient gesellschaftliche Vorurteile und führt zur Ablehnung. Auch heute sind wir von Gerüchten, übler Nachrede und gar Rufmord betroffen. Sie finden über digitale Medien und Social Media‐Plattformen eine rasante und weite Verbreitung. Gerade Cybermobbing ist ein Phänomen unserer Gegenwart, dem wir oft rat- und machtlos gegenüber stehen. 

«Kinderstunde» ab 17. Oktober 2014 zehnmal im Theater am Käfigturm. Es spielen Eliane Wiedmer, Sabrina Steinmeier, Carol Wiedmer, Stefan Hugi und Brigitte Jäggi. Dramaturgie und Inszenierung durch Alec Broennimann. www.theater-central.ch


Infos
Datum: 30.09.2014
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