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«Der Wortjongleur» von Sigrun Casper«Der Wortjongleur» von Sigrun Casper

Sigrun Casper hat einen stillen Roman geschrieben über eine Kindheit und Jugend im Deutschland der Sechziger- und Siebzigerjahre.

Kilian kennt seinen Vater nicht. In dem Mietshaus, in dem er mit seiner geliebten Mutter wohnt, wird er deshalb ignoriert oder als «Bankert» beschimpft. Wie ein roter Faden durchzieht die Suche nach dem Vater den Roman. Als er ihn endlich findet, wartet eine riesige Enttäuschung auf Kilian. Aber mittlerweile hat der Junge entdeckt, dass die zentrale Frage: «Wer bin ich?» nicht auf den fehlenden Vater zielen muss. Der junge Mann schafft sich seine Identität indem er ganz eigene, unverbrauchte Begrife und Metaphern findet.

«Stapelkette, rutscht es aus Kilian heraus, als er die Siedlungsstrasse zum ersten Mal sieht. Die Mutter schaut die Strasse entlang, in die sie eben eingebogen sind. Stapelkette. Laternen, Autos, Häuser, horizontal als Kette gestapelt. Sie staunt.»

Die  Suche nach dem endgültig verlorenen Vater wird von einer anderen Sehnsucht abgelöst: Kilian verliebt sich in seinen Schulkollegen Matthias. Die beiden sind sich in Freundschaft verbunden, doch scheint Kilians Liebe nicht erwidert zu werden. Der Konfliktstoff, den diese Konstellation birgt, wird von der Autorin etwas blauäugig verschwiegen. 

Sigrun Casper hat einen stillen Roman geschrieben über eine Kindheit und Jugend im Deutschland der Sechziger- und Siebzigerjahre.

Walther Salvisberg

Sigrun Casper «Der Wortjongleur»
konkursbuch Verlag Claudia Gehrke 2015
 

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Datum: 24.03.2016
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