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«Good People» von Alec Broennimann

«Good People» von Alec Broennimann

Am 21. Oktober findet die Premiere von Alec Broennimanns neuster Regiearbeit im Theater am Käfigtrum statt. Das Theater Central zeigt wieder ein eigens für Bern übersetztes amerikanisches Theaterstück. «Good People» wurde vom Drehbuchautor und Dramatiker David Lindsay-Abaire geschrieben. Wir haben uns mit Alec Broennimann unterhalten.

Alec Broennimann, Regisseur und künstlerischer Leiter des Theater Central, zeigt ein weiteres amerikanisches Stück im Theater am Käfigturm. Letzten Herbst spielten sie das Aids-Drama «Engel in Amerika». Diesen Oktober zeigen sie «Good People» vom zeitgenössischen US-amerikanischen Drehbuchautor und Dramatiker David Lindsay-Abaire, der 2007 für sein Theaterstück «Rabbit Hole» den Pulitzer-Preis für Theater verliehen bekam.. Im Stück «Good People» geht es um eine alleinerziehende Mutter aus einer üblen Gegend in Boston, die in ärmlichen Verhältnissen lebt. Sie versucht ihr Glück zu machen, in dem sie einen alten Freund aufsucht, der es aus der Armut geschafft hat. Wir haben uns mit Alec Broennimann unterhalten.

Nach «Fabuloso», «Kinderstunde» und «Engel in Amerika» inszenierst Du für Theater Central ein weiteres Stück von einem amerikanischen Autor, bzw. Autorin. Das Theater Central scheinst ein Faible für das US-Theater zu haben. Was fasziniert dich an den Theaterstücken aus Amerika? Was zeichnet sie aus?

Als künstlerischer Leiter von Theater Central fällt die Vorauswahl für die Stücke mir zu. Dass es sich dabei um Theaterliteratur aus dem US Amerikanischen und auch Britischen Kulturkreis handelt, hat sicher mit meinem Werdegang zu tun; ich habe drei Jahre in New York Musical Theater und anschliessend an der Uni Bern Englische Literatur und Theaterwissenschaften studiert. Die Stücke entdecke ich dann in Theatern bei meinen Besuchen in London und New York und in meinen jeweiligen Streifzügen durch die lokalen Buchläden. Vielleicht ist also in dem Sinne nicht eine bestimmte Faszination sondern schlicht eine Vorliebe meinerseits und wir machen als Theater Central aus dieser Not eine Tugend. Was sie auszeichnet ist jedoch simpel; das Produktionsteam fühlt sich so sehr angesprochen, dass es sich entscheidet sehr viel Energie und Freizeit in ein Theaterprojekt zu stecken.

Was hat Dich und das Theater Central bewogen «Good People» auf die Berner Bühnen zu bringen? Was macht das Stück für dich attraktiv?

Beim Lesen von «Good People» fand ich in erster Linie den Humor und den Twist am Ende des Stückes sehr ansprechend. Zudem wird durch die Hauptcharaktere ein ganz bestimmter Teil des Menschseins beleuchtet, welcher mich bereits seit nunmehr 20 Jahren persönlich beschäftigt – Entscheidungen fällen; für einen Moment oder für ein ganzes Leben.

Das Stück wurde von Carol Wiedmer und Stefan Hugi, deine Partner im Theater Central, in deutsch übersetzt. Wie schwierig ist es so eine Übersetzung zu machen? Worauf muss man da besonders achten? Wie lange hat man bis so eine Übersetzung steht? 

Eine Übersetzung ist für uns kein schwieriger aber durchaus längerer Prozess. Zurzeit arbeiten wir Schrittweise; Carol Wiedmer übernimmt die Erstübersetzung, welche dann von Stefan Hugi gegengelesen, ergänzt und evtl. korrigiert wird. Im Zuge meiner Dramaturgischen Arbeit versuche ich dann ein Skrip für die Probe anzufertigen. Während dem Probeprozess wird dann zusammen mit den Schauspielern ganz genau hingeschaut. Oft werden einzelne Ausdrücke  oder Sätze angepasst, damit es auch wirklich den Charakteren entspricht. Eine Gratwanderung ist immer, wieviel Amerika bzw. Grossbritannien unseren Zuschauern zumutbar ist, und was wollen wir für unser Publikum anpassen.

Nach dem Projektabschluss gibt es einerseits ein Verlagsversion der Übersetzung und andererseits eine Spielversion von Theater Central. Beide sind öffentlich zugänglich.

Im Stück geht es um eine allein erziehende Mutter aus einer üblen Gegen in Boston die in ärmlichen Verhältnissen lebt. Sie versucht ihr Glück zu machen, in dem sie einen alten Freund aufsucht, der es aus der Armut geschafft hat. Du lebst im beschaulichen Bern wo es keine üblen Gegenden gibt. Du bist auch nicht heterosexuell, arm und alleinerziehend. Das Stück spielt also in einer ganz andere Welt, als die in welcher du lebst. Wie findet man als Regisseur, und auch als Schauspieler, den Zugang zu so einer komplett anderen Welt?

Gute Stücke zeichnen sich für mich damit aus, dass sie Aspekte der menschlichen Natur widerspiegeln. Um diese Stücke zu verstehen muss man somit einfach nur Mensch sein.

Bild: Theater Central Kreativ-Team, v.l.n.r. Stefan Hugi, Carol Wiedmer und Alec Broennimann

Premiere ist am 21. Oktober.

Mehr Infos auf www.theater-central.ch.

 

Infos
Datum: 13.10.2016
Rubrik: Ausgehen
Autor:
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