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Politik und Gesellschaft

CKSTER-Festival zum Thema Gender-Hacking

CKSTER-Festival zum Thema Gender-Hacking

Vom 9. bis 11. März findet im Westflügel vom Progr in Bern ein Festival zum Thema Gender-Hacking statt. Organisiert wird das Kunst-, Kultur- und Wissenschaftsfestival von chster.

Während drei Tagen setzt sich die dritte Ausgabe von ckster mit Hacking als Kultur- und Designstrategie auseinander. Was chster bedeutet und wie man das ausspricht, konnt der Autor leider nicht in Erfahrung bringen. Aber es geht um Hacking als Strategie der besonders kreativen Problemlösung, welche die Grenzen von festgefahrenen Systemen und Ordnungen untersucht und diese versucht in Bewegung zu bringen.

Des Festivals widmet sich Gender als Ordnungsstruktur von Gesellschaften und Hacking als mögliche Unruhestifterin dieser Ordnung. Gesellschaftliche wie technologische Entwicklungen schufen in den letzten Jahren neue Möglichkeiten und Voraussetzungen für den Ausdruck und die Schaffung von Identitäten und Körperlichkeiten. Die Möglichkeiten der Performance und Transformation von Genderidentitäten haben sich verändert und erweitert. Wie verhalten sich neue und alte Technologien zur (Re-)Produktion von Geschlecht und Geschlechtlichkeiten? Wie greift Hacking in die binäre Geschlechtervorstellung ein und welche neuen und historischen Gegenentwürfe inspirieren unseren Umgang mit der Geschlechterordnung?

Der Begriff des Gender-Hackings dient als ein Gefäss zu Reflexionen und Spekulationen über Sexualitäten, Liebe und Liebschaften, sozialem und biologischem Geschlecht im Zusammenhang mit neuen und alten Technologien. Es ist ein schillernder Begriff, der durch verschiedene Beitragende während des Festivals auf unterschiedlichste Weise greifbar gemacht wird.

Das Festival will den laufenden Gender Diskurs um eine spielerische, lustvolle und experimentierfreudige Komponente ergänzen und dabei auch das Thema niederschwellig zugänglich machen. Dabei soll das Potenzial gemeinsam mit den Referierenden und Besuchenden untersucht und abgesteckt werden.

Der Donnerstag dient als Einstieg ins Thema Gender. Die Keynote von Thomas Späth behandelt die historische Bildung des Konzepts. Wer eigene Fragen und Gedanken mitbringt kann diese ungezwungen im Host Club in moderierten Kleingruppen diskutieren. Dazwischen und danach gibt es Apéro und Musik.

Am Freitag rütteln wir am derzeit geläufigen Konstrukt Gender. Der Vortrag und Workshop des Scent Culture Institutes lässt uns die Welt des gegenderten Dufts erforschen, respektive die Art und Weise wie uns Duft als gegendert verkauft wird. Der Vortrag von Myshelle Baeriswil zeigt auf, wie Genderstrukturen auch Machtstrukturen sind und unser Verständnis von Identitäten mitbestimmen. Im Anschluss an den Vortrag von Baeriswil wird unser traditionelles Festivaldinner am Freitagabend stattfinden, danach kann zu DJ Brother Grimm getanzt werden.

Am Samstag stürzen wir uns in die Vollen, dem eigentlichen Gender Hacking Tag. Pünktlich zum Mittag gibt es eine offene Gesprächsrunde über Polyamorie, Kunst- und Kulturproduktion mit Andrew Gryf Paterson. Kurz darauf sprechen Shusha Niederberger und Stefanie Wuschitz über feministisches Hacking. Am Nachmittag werden in Workshops eigene DIY Sextoys entwickelt mit Christine Aschwanden, auf spielerische Art mit Gender und Sprache umgegangenmit Anja Vatter und Östrogene synthetisiert mit Mary Tsang. Sadie Plant wird während des ganzen Festivals anwesend sein und uns zum Abschluss in einer Wrap-Up Performance eine Zusammenfassung zum Festival selbst und zu Gender Hacking vortragen. Wer immer noch nicht genug hat, darf sich dem Thema noch ein letztes Mal im Speed-Dating widmen, geleitet von den Slam Poeten und Unterhaltern Mag und Gian.

Am Samstagabend veranstalten wir gemeinsam mit dem Frauenraum Reitschule einen Maskenball. Was wäre ein Festival ohne ausuferndes Fest, u.a. mit Electrosexual (D). Mehr Infos zu Party

Während des gesamten Festivals laufen Ausstellungen und Aktionen: Das ckster Zine betreibt eine partizipative Form der Dokumentation und versucht, Themen, Anregungen und Fragen rund um Gender Hacking aufzunehmen. Weiter wird das Team der Raum::Station ZH als aktive Teilnehmende unterwegs sein um das Festival-Thema zu einem späteren Zeitpunkt in Zürich noch einmal aufzugreifen. Queere Kurzfilme von Queersicht, ein Gender Postenlauf, eine Videoinstallation von Tabita Rezaire und eine interaktive Installation Gender Dekonstruktion von Lieber Glitzer zur runden das Programm ab.

Alle Vorträge und Workshops sind kostenlos. Für Festivaldinner und Workshops bitte anmelden, da die Teilnehmendenanzahl beschränkt ist. Anmelden unter info@ckster.org.

Weitere Infos auf der Webseite www.ckster.org 

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Infos
Datum: 31.12.2016
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