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DJ Coreys Musiktipps für den Juni

DJ Coreys Musiktipps für den Juni

Synthie-Pop Forever: Erasure lassen die Discokugel wieder rotieren. Newcomerin des Monats: Ist Dua Lipa wirklich die „neue britische Stimmgranate“? Romeo und Julia für Fortgeschrittene: das Breakup-Album von Halsey. Mit viel Gefühl in den Musik-Sommer: London Grammar melden sich stark mit ihrem zweiten Album zurück. Beth Ditto geht eigene Wege: die Ex-Frontfrau von Gossip bringt ihr erstes reguläres Solo-Album aus. Nach einigen Jahren bei Nouvelle Vague ist Camille wieder en vogue. Last but not least: der verspielte Memphis Soul von Emily Barker lässt Frühlings- und Frühsommergefühle erwachen.

Bild 4ERASURE

World Be Gone (Mute/PIAS)

Das 17. Studioalbum der Synthpop-Veteranen macht ihrem sonnigen Dance-Pop, für das sie seit 30 Jahren bekannt sind, alle Ehre. Die erfolgserprobte Formel aus Vince Clarkes melodischen Soundtüfteleien und Andy Bells dramatischem Gesang funktioniert auch heute blendend. Clarke und Bell haben absolut keine Scheu vor Pathos, Kitsch, Sentimentalitäten und Zuckergussschichten. Ihre eingängigen Songs sind wie dafür geschaffen, um sich mühelos im Gehörgang festzusetzen und für immer dort zu bleiben. Ein (un)heimliches Vergnügen.  



Bild 2DUA LIPA

Dua Lipa (Warners)

Die 21-jährige Dua Lipa ist der neue Shooting Star des Pops. Ihre rauchig-kratzige und zugleich sinnliche Granatenstimme, die jeden Liebeskummer in Hits verwandelt, kann sich problemlos mit Grössen wie Rihanna, Pink und Beyoncé messen. Die Engländerin mit kosovarischen Wurzeln arbeitete seit 2015 an ihrem selbstbetitelten und mehrmals verschobenen Debüt. Wie die sechs Single-Auskopplungen bereits zeigen, besitzen Dua Lipas Songs einen starken Pop-Appeal, sind aber veredelt mit Hip-Hop-, EDM- und Soul-Einflüssen. Eines steht ganz fest: 2017 wird das Jahr von Dua Lipa.



Bild 5HALSEY

Hopeless Fountain Kingdom (Universal)

Die 23-jährige Ashley Nicolette Frangipane, besser bekannt als Halsey, hat einen Hang zu komischen Haarfarben und ausgefallenen Klamotten, die an die frühe Lady Gaga erinnern. Mit ihrem Debüt „Badlands“ (2015), das Indie- und Electro-Pop kongenial vermählte, verzückte Halsey gleichermassen Publikum und Kritik. „Closer“, die Kollaboration mit dem DJ-Duo Chainsmokers, katapultierte sie 2016 in den Mainstream. Für das ebenfalls radiofreundliche Album „Hopeless Fountain Kingdom“ nutzte Halsey Baz Luhrmann-Verfilmung von „Romeo und Julia“ als Inspirationsquelle. Pop-Drama vom Feinsten.       



Bild 6LONDON GRAMMAR

Truth Is A Beautiful Thing (Island)

Auf ihrem Debüt „If You Wait“ (2013) brachten London Grammar das Kunststück fertig, mit kleinstem Aufwand maximale Wirkung zu erzeugen. Hannas Reids wunderschöne, von Schwermut umhüllte Soprano-Stimme und die zurückhaltenden Gitarre- und Piano-Spiele ihrer Schulkollegen Dot Major und Dan Rothman, hier und da mit sanften Beats oder Streichern angereichert, rückten Gefühl und Emotionen in den Vordergrund. Auf dem lang ersehnten Nachfolger „Truth Is A Beautiful Thing“ bleiben London Grammar ihrer sphärischen Soundlandschaft zwischen Indie-Pop und Electronica zum Glück noch treu.



Bild 7BETH DITTO

Fake Sugar (Myra’s Child LLC, Sony Music)

Ein Jahr nach der Auflösung ihrer Band Gossip belebt Beth Ditto ihre musikalische Solo-Karriere wieder, die 2011 mit einer elektronisch angehauchten Dance-EP ihren Anfang nahm. Mit „Fake Sugar“ versöhnt sich Beth Ditto mit der Südstaatenkultur und dem White-Trash-Ghetto, wo sie als Teenager aufwuchs. Mit Produzentin Jennifer Decilveo kombiniert die Plus-Size-Ikone ihre Punk-Attitüde mit Blues-, Pop-, Soul- und Country-Elementen. Mädchenhaft, verletzlich, schonungslos offen aber energiegeladen zugleich. Genau das fasziniert an die neue Bethe Ditto und an „Fake Sugar“.  



Bild 1CAMILLE

Ouï (Because/Warner)

Mit Nouvelle Vague intonierte Camille im zärtlichen Bossa-Nova-Modus die harten Klassiker der 80er-Jahre. Auf ihren Solo-Alben und an ihren Konzerten bietet sie ein unheimlich breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten: sie tanzt, schreit, haucht und jauchzt. Sie ist ein veritables Bühnentier mit unbändiger Energie. Das Etikett „Nouvelle Chanson“ greift bei ihr definitiv zu kurz. Auf dem neuen Album „OUÏ“, das Camille in Avignon in einem ehemaligen Kloster eingespielt hat, mischt sie ihren experimentellen Pop, Folk und Chanson mit der Welt der Perkussion zu einem musikalischen Feuerwerk. 



Bild 3EMILY BARKER

Sweet Kind Of Blue (Everyone Sang/Indigo)

Emily Barker ist eine australische Songwriterin, die seit vielen Jahren in England wohnt, wo ihre Songs in bekannten Fernsehserien wie Wallander gespielt werden. Für ihr neues Album ist die vielseitige Künstlerin in die legendären Studios des Sam Philips Recording Service in Memphis gereist. „Sweet Kind Of Blue“ stellt auf eine Art eine Rückbesinnung auf Barkers Blues-, Soul- und 60s-Pop-Wurzeln dar. Mit kristallklarer Stimme singt Emily Barker überzeugend Songs über neue und verlorene Lieben und andere Zwischenmenschlichkeiten.



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Infos
Datum: 31.12.2016
Rubrik: gayRadio
Autor: DJ Corey
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