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CD-Tipps

DJ Coreys Musiktipps für den Mai

DJ Coreys Musiktipps für den Mai

40 Jahre Blondie: Debbie Harry und ihre Band klingen wieder frisch und unverbraucht. Neue Herausforderung nach 50 Jahren im Showgeschäft: Patti Labelle hat ein Jazz-Album aufgenommen. Von Kammerpop zu atemberaubendem opulentem Indie-Pop: Perfume Genius hat sein Songwriting perfektioniert. Das Warten hat sich gelohnt: Àsgeir bewährt sich als isländischer Prinz der Melancholie. Bring ihn heim: Francesco Gabbani, der ESC-Favorit aus Italien, reist mit Humor und einem Gorilla in die Ukraine. Kitsch, Drama und Dance-Pop: Steps retten den schlechten Geschmack. Keine Dramas mehr: Mary J. Blige ist mit neuem Selbstbewusstsein zurück und fordert Achtung und Respekt.

Bild 1BLONDIE

Pollinator (BMG)

Das elfte Studioalbum der New Yorker Band um Debbie Harry, die mittlerweile 71-jährige Stilikone der New-Wave-Bewegung, ist taktisch ein geschickter Schritt. „Pollinator“ klingt verdächtig nach dem Hit-Album „Parallel Lines“ und dürfte somit die Gunst der älteren Fans zurückgewinnen. Zugleich laufen Blondie nicht Gefahr, den Anschluss an den musikalischen Zeitgeist zu verpassen. Dank den Beiträgen von Charlie XCX, Sia und Blood Orange verspüren Blondie diese Sehnsucht nach einem Neuanfang und blicken zuversichtlich in ihre Karrierezukunft.
 

Bild 6PATTI LABELLE

Bel Age (Sony Red/ GPE Records)

Während ihrer 50 Jahre im Showgeschäft hat sich Patti Labelle mühelos in verschiedensten Stilrichtungen wie R&B, Rock, Disco, Pop und Gospel bewegt. In jedem Song singt sie sich die Seele aus dem Leib. Seit beinahe einer halben Ewigkeit hat die Diva ein Jazz-Album angekündigt. Mit „Bel Age“ kann sie ihr Versprechen an die Fans endlich einlösen. Die legendäre Sängerin verbeugt sich vor Dinah Washington, Nina Simone, Nancy Wilson und Frank Sinatra. Das ist kein Smooth Jazz zum Entspannen und Chillen, sondern mit Biss und Opulenz. Im perfekten Stil des Hauses Patti Labelle. 
 

Bild 4PERFUME GENIUS

No Shape (Matador)

Album Nummer Vier für den queeren Singersongwriter Mike Hadreas aka Perfume Genius. Auf „No Shape“ hievt der Musiker aus Seattle seinen introvertierten und sehr emotionalen Kammerpop auf die nächste Entwicklungsstufe. Produzent Blake Mills (John Legend, Alabama Shake) hat Perfume Genius angespornt, seine Komfortzone zu verlassen und mit neuen Sounds zu experimentieren. Gospel, Folk, dunkler R&B, Art-Pop und Kraut-Rock verliehen Hadreas Kammerpop eine neue spannende Dimension, die seinen Geschichten um das Erwachsenwerden richtig gut tut.    
 

Bild 7ÀSGEIR

Afterglow (One Little Indian)

2014 erschien die englischsprachige Version des bestverkauften Debütalbums Irlands aller Zeiten. „In The Silence“ machte der schüchterne Àsgeir auch im Rest der Welt bekannt. Auf „Afterglow“ weiss der Singersongwriter mit der samtenen hohen Stimme wieder mit akustischen und elektronischen Klängen zu begeistern. Neu taucht Àsgeir ein in die dunklen schleppenden Klangwelten eines James Blake, Bon Iver oder Jamie Woon. Auch eine gewisse Nähe zur Transgender-Künstlerin Anohni ist nicht zu verkennen. Àsgeri balanciert verträumt zwischen Hoffnungslosigkeit, Melancholie und Optimismus.
 

Bild 2FRANCESCO GABBANI

Magellano (BMG)

Mit dem ironischen Disco-Ohrwurm „Occidentali’s Karma“ konnte Francesco Gabbaniaus der Toscana das diesjährige Sanremo-Festival für sich entscheiden. Der Song mit dem Gorilla-Tanz ist zugleich Italiens Beitrag zum ESC 2017 und gilt in den Wettbüros als Favorit. Pünktlich zum möglichen Sieg erscheint „Magellano“, das zweite Album des sympathischen 34-Jährigen. Neun Songs für alle, die, wie der portugiesische Entdecker im Albumtitel, den Aufbruch ins Unbekannte wagen. Erfrischender, nie banaler Italo-Pop, der mit einem Augenzwinkern und schelmischem Lächeln die heutige Gesellschaft aufs Korn nimmt. 
 

Bild 5STEPS

Tears On The Dancefloor (Steps Music LLP)

Die britische Dance-Pop-Band hatte ihre beste Zeit zwischen 1998 und 2002. 20 Jahre nach ihrer Gründung feiern Steps ein fulminantes Comeback. Das neue Album „Tears On The Dancefloor“ bietet eine geballte Ladung an gesanglicher Energie, Kitsch, tanzbarem Euro-Pop und Melodrama. Steps scheren sich nicht um Trends und Mode. Für ihre radiotauglichen Club-Hymnen haben sie sich unverschämt von ABBA, Alcazar und Cher aus der „Believe“-Ära inspirieren lassen. A propos ABBA: „The Story Of My Heart“ stammt in der Tat aus Björn und Bennys Feder und lässt die gute alte Zeit aufleben.
 

Bild 3MARY J. BLIGE

Strength Of A Woman (Interscope/Universal)

Drei Jahre nach „The London Sessions“, wo ihr Hip-Hop-Soul dank britischen Newcomern wie Emeli Sandé, Sam Smith und Disclosure einer Frischzellenkur unterzogen wurde, zeigt Mary J. Blige wieder neue interessante Facetten ihres Interpretationstalents. Vor allem Kanye West und Kaytranada holen das Beste aus der Hip-Hop-Soul-Queen. Trotz der schmerzlichen Scheidung von Ehemann Kendu Isaacs im vergangenen Jahr sitzt Mary J.  auf dem Album-Cover auf einem goldenen Thron. Auch diesmal geht sie aus einer persönlichen Niederlage gestärkt hervor. Sie könnte auf Musiktherapie echt schwören. 

 

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Infos
Datum: 31.12.2016
Rubrik: CD-Tipps
Autor: DJ Corey
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