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Wer wird den ESC 2017 gewinnen?

Wer wird den ESC 2017 gewinnen?

Am 9., 11. und 13. Mai findet in Ukraines Hauptstadt Kiev der 62. Eurovision Song Contest statt und Millionen Fernsehzuschauer werden sich den grössten Musikwettbewerb der Welt anschauen. Wer hat Chancen auf den Sieg? Welche Songs lohnen sich anzuhören? Und wie stehen die Chance für den Schweizer Beitrag? DJ Ludwig (Tolerdance) hat sich die 42 Songs angehört, und sich auf Fan-Foren und den Wettbüros informiert.

Als grosser Favorit ins Rennen um den Sieg am Eurovision Song Contest 2017 geht Italien mit «Occidentali’s Karma» von Francesco Gabbani. Nicht nur gewann er das Sanremo Festival sehr deutlich, er landet in den Italienischen Charts auch gleich auf Platz 1 und wird von vielen ESC-Fans bereits jetzt heiss geliebt. Der Francesco ist auch ein äusserst attraktiver Mann und sein Song ist eingängig und witzig. Auf der Bühne tanzt der Sänger sogar mit einem Gorilla! Das könnte peinlich sein und trashig – ist es aber nicht! Das ganze kommt durchaus intelligent und sehr unterhaltsam rüber. Auch die Wettbüros sehen ihn als Sieger. Die Wettbüros glauben auch das Bulgarien, Belgien, Australien und Schweden eine Top-Platzierung erreichen werden. Bei den Schweden ist das nicht überraschend. Sie schicken jedes Jahr gut produzierte, komponierte und inszenierte Songs an den Wettbewerb. Aber im Vergleich zu Italien ist «I Can’t Go On» von Robin Bengtsson dann halt doch etwas zu berechnend und wird rasch langweilig. Es fehlt der Charme. Viel Charme, eine wunderbare, dunkle Stimme und einen exzellenten Song bietet Blanche an, die mit «City Lights» Belgien vertreten wird. Ihr könnte ein Sieg dank der Jurywertung gelingen. Dasselbe gilt auch für Frankreich. Almas Song «Requiem» – der etwas an den Hit «Dernière Danse» (2014) von Indila erinnert. Schön, dass Frankreich nach dem erfolgreichen 6. Platz im letzten Jahr auch 2017 wieder eine gute Chance auf eine Top-Ten-Platzierung hat. 

Jury versus Publikum

Vor zwei Jahren verhinderte die Jury den Sieg der Publikumslieblinge Il Volo die mir ihrer Klassik-Pop-Schnulze «Grande Amore» einen Hit landeten. Im letzten Jahr gewann die Ukraine dank den Punkten der Jury. Wenn nur die Publikumsstimmen gezählt worden wären, hätte nämlich Russland gewonnen. Dieser Entscheid verschärfte das eh schon schwierige Verhältnis der beiden Staaten. Neben dem bewaffneten Grenzkrieg in der Krim, die mal zur Ukraine gehörte und 2014 von Russland annektiert wurde, wird der Streit jetzt auch via ESC ausgetragen. Die Ukraine verweigert der russischen Teilnehmerin die Einreise und die Veranstalter der Eurovision, die EBU, schaut dabei etwas ratlos zu. Obwohl die EBU immer wieder betont, dass der ESC nicht politisch sein darf, war es eben doch ein Song mit politischem Inhalt der letztes Jahr gewann. In «1944» ging es um die Vertreibung der Krim-Tataren durch Stalin. Die Russen – eh schnell beleidigt – konnten das nicht goutieren. Nach einigem Hin und her hat Russland nun beschlossen am diesjährigen ESC nicht mitzumachen. Obwohl sie mit ihrem Beitrag, vorgetragen von der Sängerin Yuliya Samoylova, die seit ihrer Kindheit körperlich behindert ist und auf den Rollstuhl angewiesen ist, durchaus Siegeschancen hatte. Sie will nun nächstes Jahr antreten. Stattdessen tritt Yuliya am 9. Mai, dem Tag des Sieges der Sowjetunion über Nazideutschland in der Krim auf. Russland kann es mit provozieren einfach nicht lassen.  

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Auf diese Songs kannst du wetten

In diesem Jahr sind erstaunlich viele gute Lieder am Start. Es dürfte spannend werden. Meist auf den hinteren Plätzen zu finden ist Portugal. Heuer könnte sich das endlich ändern. Sowohl Wettbüros und Experten trauen Salvador Sobral und dem Lied «Amar Pesos Dois», das die Schwester des Sängers komponierte, eine Top-5-Platzierung zu. Ein ungewöhnlicher Sänger (Typ Hipster) und ein spezieller Song (auf Portugiesisch gesungen und sehr melancholisch) der im Meer vom Durchschnitt auffallen wird. Eine junge, frische Popband namens Triana Park geht für Lettland an den ESC. Der Song «Line» könnte auch der neueste Hit von Ellie Goulding sein. Er ist so modern und zeitgemässe, das ihm ebenfalls ein gutes Abschneiden am Wettbewerb zuzutrauen ist. Anspruchsvolle und gute Songs haben es beim Pulikum nicht einfach, können aber auf die Jury-Stimmen hoffen. Zu diesen Geheimtipps gehören «My Turn» von Martina Barta aus Tschechien, «Never Give Up On You» von Lucie Jones aus Grossbritanien, (klingt wie ein Song von Emelie Sandé) und «Blackbird» vom Indi-Pop-Duo Norma John aus Finnland. 

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ESC goes Disco

Vor allem mit seinem umwerfenden Aussehen wird Slavko Kalezić aus Montenegro auftrumpfen, wenn er denn seine gut trainierten Körper auch live auf der ESC-Bühne zeigt und dazu seinen langen Kunsthaar-Zopf schwingt. Der Song «Space» – es geht um Sex – ist genau so «camp wie der Interpret. Disco-Schlager für die Gay-Disco in der Provinz. Ebenfalls toll für den Dancefloor ist Griechenlands Beitrag «This is Love» von Demy und «Spirit of the Night» von Valentina Monetta und Jimmie Wilson die für San Marino antreten. «I Feel Alive» vom hübschen Israeli IMRI, ein Dance-Pop-Song der perfekt in den Sommer passt, wird auch vielen gefallen die auf Tanzmusik stehen. IMRI war schon zwei Mal am ESC dabei, als Backgroundsänger und gewann in Israel die Castingshow «Rising Star». Spannender ist das der Beitrag aus Armenien. Artsviks Song «Fly With Me» – mit orientalischem Flair – hätte vor 10 Jahren allerdings mehr Erfolgschancen gehabt.

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Bubis und Frauen mir Herzschmerz

Australien ist auch wieder dabei. Sie schicken Isaiah nach Kiev. Isaiah ist ein hübscher Junge mit toller Stimme, der Song «Don’t Come Easy» ist härzig, aber auch etwas langweilig. Sein direkter Konkurrent ist Kristian Kostov aus Bulgarien. Wie Isaiah ist auch er 17 jährig und hübsch. Allerdings hat er zusätzlich eine süsse Zahnlücke und der Song «Beautiful Mess» ist eine Spur besser. Zur Liga der schnuckligen Bubis zählt auch Brendan Murray aus Irland. Sein Song «Dying to Try» ist allerdings etwas zu kitschig.

Wie jedes Jahr gibt es viele Balladen zu hören, gesungen von hübschen Frauen. Leider fällt keine davon auf. Kaum gehört, hat man sie schon wieder vergessen. Und dann gibt es noch die Beiträge bei denen man froh ist, wenn sie vorüber sind. Besonders übel sind die Beiträge aus Kroatien (Oper und Pop) und Rumänien (Rock und Jodel).

Was zählt ist der Auftritt

Grundsätzlich aber gilt jedes Jahr das selben. Der Song kann noch so gut sein, der Sänger oder die Sängerin noch so gut aussehen und eine super Stimme haben. Wichtig ist allein der Live-Auftritt. Springt der Funke über? Wirkt er oder sie sympathisch? Passen Klamotten und Show zusammen? Es geht um Ausstrahlung und Präsenz. Das fehlt der letzt jährigen Schweizer Vertretung. Rykka wirkt auf der Bühne eher komisch und etwas lahm. 2017 ist das anders. Die Timebelle Sängerin Miruna kommt auf der Bühne stark und sexy rüber. Die Rumänin hat Ausstrahlung und eine gute Stimme. Der Song ist auch OK, auch wenn es im Wettbewerb viele ähnliche Lieder gibt. Es könnte durchaus sein, dass die Schweiz den Halbfinale, der am 11. Mai im TV zu sehen ist, überlebt, und wieder einmal im grossen Finale antreten kann. Die Wettbüros sehen den Schweizer Beitrag allerdings eher in der unteren Hälfte der Teilnehmerliste.

 

Eurovision Song Contest am TV

1. Halbfinale: Dienstag, 9. Mai
2. Halbfinale (mit CH): Donnerstag, 11. Mai
Finale: Samstag, 13. Mai.
 
www.eurovision.tv
 


Golden Tolerdance EURO DISCO

am Samsatg, 27. Mai im ISC. 
DJ Ludwig & Corey spielen Euro-Dance-Pop und ESC-Hits. 
www.tolerdance.ch

 

 

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Infos
Datum: 31.12.2016
Autor: Ludwig Zeller
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