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«Das Kinder meiner Mutter» – Florian Burkhardts Buch über seine Kindheit

«Das Kinder meiner Mutter» – Florian Burkhardts Buch über seine Kindheit

In seinem autobiographischen Roman "Das Kind meiner Mutter" erzählt Florian Burkhardt die Kindheits-Geschichte hinter Electroboy.

Bild 1Bei einem spektakulären, selbst verschuldeten Autounfall verlieren Florian Burkhardts Eltern ihr jüngstes Kind. Einen Buben. Der ältere Sohn und sie selbst überleben. Absolut unversehrt. Als Ersatz für das tote zeugen die Eltern, die immer schon zwei Kinder haben wollten, sofort ein neues. Ihn. Florian. Und von Stund an richtet die Mutter ihren ganzen Fokus und all ihre Energie auf ihn, den neugeborenen Prinzen. Aus Angst, auch ihn zu verlieren, beschützt sie Florian vor allen Einflüssen der "gefährlichen" Außenwelt: Fahrrad fahren, Radio hören, Fernseh schauen, Freunde besuchen und anderweitige Außenkontakte sind verboten oder werden kontrolliert. 

Noch als Teenager spielt Florian ausschließlich mit jüngeren Kindern; so kann ihn niemand zum Konsum von Drogen oder Alkohol verführen. Raum für eine eigenständige Entwicklung gibt es keinen. Die Überbehütetheit wird zum erdrückenden Gefängnis. Doch erst als die Eltern versuchen, Florians Homosexualität zu unterbinden, begehrt er, inzwischen sechzehn Jahre alt, auf und wird in ein katholisches Internat gesteckt, wo er zum Grundschullehrer ausgebildet werden soll. Nach fünf Jahren hält Florian das Lehrer-Diplom in der Hand. Und damit sein Ticket in die lange ersehnte Freiheit.
 

Florian Burkhardt, geb. 1974, wächst in der Innerschweiz auf. Als frisch diplomierter Lehrer – wäre es nach ihm gegangen, hätte er die Kunsthochschule besucht – bricht er nach Amerika auf und erlangt internationalen Ruhm als Topmodel. Wieder zurück in der Schweiz, setzt er sein Leben auf der U¨berholspur fort. Er – dessen Individualität, Kreativität und Lebensfreude über zwei Jahrzehnte hinweg massiv zurückgebunden wurde – will mehr als Grenzen sprengen. Die Überfürsorge im streng kontrollierenden Elternhaus und die anschließende Reizüberflutung fordern ihren Tribut. 

Florian Burkhardt ist 27 Jahre alt, als er an einer schweren Angststörung erkrankt und sich selbst in eine psychiatrische Klinik einweisen lässt. Heute lebt er in Bern. Florian Burkhardts Biografie wurde von Regisseur Marcel Gisler mit der international beachteten und mehrfach preisgekrönten Kinodokumentation »Electroboy« verfilmt. Im selben Jahr, in dem der Film herauskam, begann Florian Burkhardt die Geschichte seiner Kindheit und Jugend niederzuschreiben. »Das Kind meiner Mutter« ist sein Erstling.

Infos
Datum: 09.07.2017
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