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DJ Coreys Musiktipps für den Oktober 2017

DJ Coreys Musiktipps für den Oktober 2017

Orchester-Pop der 60er Jahre: Marc Almond schwelgt genüsslich in Nostalgie. Vom Dancefloor zum Singersongwriter: Kele Okereke erfindet sich neu. Von der Skandalnudel zurück zum Mauerblümchen: Miley Cyrus wird erwachsen. Hochglanzpop zwischen Dance und Drama: Newcomerin Betsy betritt die Musikbühne. Die schwule Seite von Pentatonix: Das schräge Duo Superfruit. Weg vom Retropop ab zu neuen Ufern: das Electro-Pop-Duo Hurts liebt es bunt. Ausgereifter Seelenstrip: Das neue Album der lesbischen Songwriterin Torres.

Bild 4MARC ALMOND

Shadows And Reflections (BMG)

Im Juli ist Marc Almond 60 geworden. Für den Pop-Exzentriker dürfte der neue Plattenvertrag bei einem Major Label das schönste Geschenk gewesen sein. Denn BMG erlaubte ihm, seinen grössten Traum zu erfüllen, d.h. ein Cover-Album mit dem leicht dramatischen Orchester-Pop seiner Jugendjahre aufzunehmen. „Shadows And Reflections“ ist offensichtlich von Komponisten wie Ennio Morricone und Burt Bacharach inspiriert. Marc Almonds theatralische Stimme ist in Top-Form und passt wunderbar zur Melancholie und Eleganz dieser üppig arrangierten Songs aus jener grandiosen Pop-Ära.

 

Bild 3KELE OKEREKE

Fatherland (BMG/ADA Warner)

Zugleich zu seinem Coming Out im Jahr 2010 hat der Bloc-Party-Sänger eine Solo-Karriere gestartet. Der scheue Frontmann flüchtete sich auf seinen ersten Solo-Alben in eine aggressive Welt voll dunkler und elektronischer Clubmusik. Erst die Beziehung zu seinem Partner und die Geburt seiner Tochter Savannah im vergangenen Jahr haben bei ihm das Bedürfnis nach akustischen Klängen ausgelöst. Die intime Singer/Songwriter-Platte „Fatherland“ ist die logische Konsequenz aus Keles Weiterentwicklung als Mensch und Musiker. Anspieltipp: „Grounds Of Resentment“, das schwule Beziehungsduett mit Olly Alexander von Years & Years.

 

Bild 5MILEY CYRUS

Younger Now (RCA)

2013 durchlief Miley Cyrus die Verwandlung vom netten Disney-Star zum sexy Vamp. Sie schockierte mit dem Nackt-Video zur Single „Wrecking Ball“ und weiteren übersexualisierten Auftritten. Auf ihrem neuen Album „Younger Now“ fordert Miley Cyrus nun ihre Unschuld zurück. Sie strahlt eine gewisse Gelassenheit aus. Irgendwie fühlt man sich an den Imagewechsel erinnert, den Madonna nach ihrer umstrittenen „Erotica“-Phase für das Album „Bedtime Stories“ vollzog. Mit „Younger Now“ offeriert Miley Cyrus ein zwar unspektakuläres aber gleichwohl unterhaltsames Country-Pop-Album. Gotte Dolly Parton durfte bei „Rainbowland“ auch mitträllern.

 

Bild 1BETSY

Betsy (Warner)

Mode, Glamour, Trash und Drama. All diese Attribute sind in der 24-jährigen Newcomerin Betsy vereinigt. Die studierte Modedesignerin hat nach ersten Erfahrungen in der Fashion-Branche beschlossen, Sängerin zu werden, weil dies eher ihrem Naturell entsprechen sollte. Zu Recht. Die Waliserin verfügt nämlich über eine volle und kantige Stimme, die ihr Vergleiche mit Cher und Annie Lennox eingebracht haben. Auf ihrem selbstbenannten Debüt wechseln sich Power-Balladen (Fair) und Euro-Pop-Dance-Songs (Last Time We Danced) ab. Zart und verletzlich auf der einen, kraftvoll und sinnlich auf der anderen Seite.

 

Bild 6SUPERFRUIT

Future Friends (RCA)

Alles so schön bunt hier. Wie wenn sich beim schrägen Duo Superfruit Mika und die Scissor Sisters die Klinke in die Hand gegeben hätten. Mitch Grassi und Scott Hoying, die ehemaligen Mitglieder der weltberühmten Acapella-Gruppe Pentatonix, sind Teil des Musikprojekts Superfruit. Die schwulen Freunde möchten mit Superfruit die Grenzen von Popmusik ausloten und erweitern. Diese Mission ist ihnen perfekt gelungen. „Future Friends“ enthält 16 einfallsreiche Songs zwischen Old School Funk, Dancepop und Sommerhits. Superfruit haben auch einen eigenen YouTube-Kanal, auf dem sie inzwischen lustige Videos zu beinahe jedem dieser Songs gepostet haben.

 

Bild 2HURTS

Desire (Sony)

Mit der diesjährigen CSD-Hymne für Deutschland „Beautiful Ones“ stellten sich Hurts entschieden gegen Homo- und Transphobie. Das Duo aus Manchester schuf Anfang 2010 mit dem Hit-Song „Wonderful Life“ den Durchbruch. Der elegante Sound von Adam Anderson und Theo Hutchcraft bezog sich auf den melancholischen Synthie-Pop der 80er-Jahre. Mit „Desire“ verabschieden sich Hurts vom Retropop und brechen zu neuen musikalischen Ufern auf. Mehr Rhythmus, mehr funky Grooves, mehr Pop, mehr Optimismus. Mit „Desire“ orientieren sich Hurts mehr an Take That als an Depeche Mode.

 

Bild 7TORRES

Three Futures (4AD/Beggars/Indigo)

Die 26-jährige Mackenzie Scott, die unter dem Künstlernamen Torres auftritt, bewegte sich auf den Vorgängeralben „Torres“ und „Sprinter“ stets zwischen zartem Folk und gitarrenlastigem Alternative-Rock. Auf „Three Futures“ untermalt ein neuer Sound zwischen Electro-Pop, Gothic, Industrial und Krautrock die emotionsgeladenen und persönlichen Texte der in Giorgia aufgewachsenen Songwriterin. Torres erforscht jede dunkle Seite ihrer Gedanken und legt ihre Ängste, Verletzlichkeiten und lesbisches Liebesleben offen dar.“Three Futures“ ist ein wirklich aufdringliches Stück Musik geworden.

 

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Infos
Datum: 01.10.2017
Rubrik: gayRadio
Autor: DJ Corey
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