gaybern.ch | ha-bern.ch | 3gang.ch | cominginn.ch
gaybern.ch - lesbischwules portal für bern der hab
Mousse des Monats

«Was von einer bizarren Kindheit übrig blieb»

«Was von einer bizarren Kindheit übrig blieb»

Der ehemalige gayAgenda-Kolumnenschreiber und Schauspieler Christoph Matti kommt mit seinem Ein-Mann-Theaterstück «Was von einer bizarren Kindheit übrig blieb» nach Bern. Das Stück ist angriffig, lustig und ironisch aber auch tiefgründig, berührend und anregend. Ein Theaterabend, den man nicht verpassen darf!

Der 53-jährige, in Saanen bei Bern geboren Christoph Matt, kennen die Leser_innen der gayAgenda als witzigen Autor, der pointiert und provokant in der Kolumen «High Gay One» auf die Regenbogen-Welt blickt. Doch Christoph Matt ist eigentlich Schauspieler und Performer mit langjähriger Erfahrung in Theater und Film. Jetzt ist er auch Autor seines eigenen Theaterstücks geworden. Das Ein-Mann-Theaterstück «Was von einer bizarren Kindheit übrig blieb» wurde bereits in Berlin und Zürich gezeigt. Ende November ist es nun auch in Bern zu sehen und zwar im Kellertheater Katakömbli.

Rund 60 Minuten dauert das Stück, und Christoph Matti assoziiert, erzählt auf eine Weise, wie bisher noch nicht über Homosexualität geredet wurde, treibt die Gedanken auf die Spitze, ironisiert und bleibt dabei der Ernsthaftigkeit der Thematik treu. Im Strampelanzug steht er da, spricht, worüber „man“ nicht spricht. Dabei geht es nicht um biografische Erlebnisse, es handelt sich ja nicht um ein Coming-out-Stück. Matti setzt ein Lebensgefühl um, das viele allzu gut kennen, die selbst nicht in die Norm passen. 

«Gefalle ich, werde ich geliebt. Sonst optimiert. Zu meinem eigenen Wohle belohnt und bestraft. Ich werde verglichen, mit Geschwistern, der Katze … anderen Kindern, auf’m Sportplatz, in der Schule, überall. Und immer haben sie ein Ideal im Kopf und mich im Visier.»

«Was von einer bizarren Kindheit übrig blieb» erzählt, wie es ist, «so» zu sein, in einer Welt, in der niemand damit rechnet, dass ihr Kind mal «so» sein könnte. Das Stück schafft Bezüge zu gesellschaftspolitischen Entwicklungen, zeigt auf, wie neben zuweilen oberflächlicher Akzeptanz die Homophobie in der Gesellschaft noch heute lebt und teils auch bewusst gepflegt wird, von subtil bis offensichtlich, in Witzen, Sprüchen, Pöbeleien und auch physischen Übergriffen.

Das Stück ist komisch, tragisch, skurill, absurd und durchaus auch homolektuell. Oder wie ein Zuschauer sagte: «Echt, geradeaus und mit Leichtigkeit das mängisch Unaussprechbare wunderbar erlebbar gemacht. Mit einer fetten Prise Humor abgeschmeckt.» Ein Theaterabend den man nicht verpassen darf.

Die Aufführungen in Bern werden von der HAB, Homosexuelle Arbeitsgruppen Bern, und dingdong_fiction, der Plattform für performatives Erzähltheater, unterstützt.

 

Spielplan

«Was von einer bizarren Kindheit übrig blieb» 
von und mit Christoph Matti

Donnerstag, 23. November 2017
Freitag, 24. November 2017

20:15 Uhr im Kellertheater Katakömbli, Kramgasse 25,

Bar und Theaterkasse 1 Std. vor Vorstellungsbeginn

Reservationen:
Büchi Optik, Kramgasse 25 Bern
Tel: 031 311 21 81 (DI-SA 9:00-12:00 / 13:30 – 16:00)
oder: reservation@katakoembli.ch

Eintrittspreise:
Erwachsene Fr. 30.-
Studenten/Lehrlinge Fr. 25.-
HAB-Mitglieder Fr. 20.-

Infos
Datum: 29.10.2017
Autor:
Facebook
Mehr Artikel
«Sommermond» im Katakömbli
Im Kellertheater Katakömbli wird am 17. und 18. November der dramatische Krimi «Sommermond» gezeigt. Die Theater basiert auf dem Roman von Marisa Hart und behandelt die Themen Homosexualität, Drogen, Gewalt und sozialer Druck. Mehr
Kiss the rainbow – die LGBTI*-Party im Seeland
Kiss the Rainbow, die LGBTI*-Party im Seeland, geht in die zweite Runde! Sie unternimmt eine Zeitreise zurück in die 90er und feiert zu den Hits von Britney Spears, Backstreetboys & Co. Am 10. November im KUFA in Lyss. Mehr
Acht Frauen und ein toter Mann
Wegen dem grossen Erfolg im 2016 und ebenso grosser Nachfrage, wird die französische Kriminalkomödie «Huite Femmes – Die Acht Frauen» im Casino Theater Münsingen wieder aufgeführt. Das besondere daran: In der Inszenierung von Regisseur Alex Truffer werden sämtliche Frauenfiguren von Männern gespielt. Mehr