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Filmtipps

GLOW – Hommage an Lady Shiva

GLOW – Hommage an Lady Shiva

Lady Shiva, war eine der schillerndsten Figuren der Schweizer Kunst- und Undergroundszene. Sie führte ein bewegtes und wildes Leben als Prostituierte, Muse, Model und Performerin. Doch dieser hell leuchtende Stern verglühte bereits mit 37 Jahren. «Ich wollte sie unbedingt wieder zum Leben erwecken» erzählt Regisseurin Gabriela Bauer, «zumindest filmisch.» Aus diesem Wunsch wurde die bewegende Hommage GLOW. Am Mittwoch, 6. Dezember ist Vorpremiere im Kino Rex, Bern.

Die Regisseurin Gabriela Baur (VENUS BOYZ, NORDLAND) gelingt mit ihrem Fim GLOW eine bewegende Hommage an eine der grössten Schweizer Diven: Lady Shiva alias Irene Staub. Lady Shiva gilt als eine der grossen Ikonen der bewegten Epoche zwischen 1968 und den späten 80er Jahren. Dank ihrer Ausstrahlung und Selbstmystifikation öffneten sich ihr schnell viele Türen. GLOW handelt von der Odyssee einer Rebellin auf der Suche nach ihrer Identität und von einer bewegenden Freundschaft und Liebe.

Doch bis Gabriela Baur den Film tatsächlich umsetzten konnte, musste sie einige Hürden überspringen. Sie erzählt: «Das vorgesehene Konzept war wegen eines plötzlich abspringenden Protagonisten nicht mehr realisierbar. Während der Recherche wurde mir klar, dass die Designerin Ursula Rodel ein Schlüssel zur Aufstiegsgeschichte von Irena ist. Die Freundschafts- und Liebesgeschichte der beiden hat mich gerade in ihrer fragmentarischen und offenen Form sehr berührt.»

Bild 1

Lady Shiva wurde sozusagen von Ursula Rodel, einer Pionierin des Schweizer Modedesigns, entdeckt und sie schaffte auch dank ihr den Aufstieg von der Strassenprostitution bis in die angesagte Kunstwelt, in der sie als Muse, Model und Performerin grosse Erfolge feierte. Diesem Karrieresprung zum Trotz blieb sie stets eine Seiltänzerin zwischen den verschiedenen Welten und jagte ihren Träumen nach. So versuchte sie, auch als Sängerin der legendären Zürcher Underground-Band «Dressed Up Animals» durchzustarten. Sie wurde von H.R. Giger und Franz Gertsch gemalt, ihr wurden zahlreiche Affären nachgesagt, z.B. mit Lou Reed und David Bowie, sie besuchte Warhol in der Factory in New York und traf Federico Fellini. Letzterer sagte über sie: «Eine die so fest glüht, wird nicht alt». Er sollte Recht behalten. Das Leben auf der Überholspur forderte seinen Tribut: Aufgerieben zwischen Erfolg, Freiheitsdrang und Selbstzerstörung verstarb Lady Shiva viel zu jung unter nicht restlos geklärten Umständen bei einem Motorradunfall in Thailand.

Mit teilweise unveröffentlichtem Archivmaterial und prominenten Weggefährten entführt uns der Film in eine pulsierende Epoche der schier unbegrenzten Möglichkeiten, die bis heute Sehnsucht weckt und in der für Menschen wie Lady Shiva nur der Himmel als Grenze zu existieren schien. Gabriela Baur meint aber: «GLOW ist kein nostalgischer Film, auch wenn man während des Films mit den GefährtInnen vom Heute ins Damals der siebziger und achtziger Jahre zurück schweift. Im Zentrum steht das universale Thema der Suche nach Freiheit und Anerkennung.»

Der Film startet am 7. Dezember in den Deutschschweizer Kinos. Am Donnerstag, 6. Dezember ist Vorpremiere im Kino Rex in Bern um 18.15 Uhr. Anschliessend gibt es eine Gesprächsrunde mit der Regisseurin Gabriela Bauer und der Filmemacherin Veronika Minder.

GLOW

Regie: Gabriela Baur
Besetzung: Lady Shiva, Ursula Rodel, Dressed Up Animals, Federico Emanuel Pfaffen, Tabea Blumenschein, Boris Blank/Yello, Karl Löwenherz, Christoph Columbus
Produktion: Kurt Mäder, Gabriel Baur, Onix Films
Drehbuch: Gabriel Baur
Kamera: Patrik Tresch
Schnitt: Jeanne Vites, Mary Leidescher
Musik: Michael Künstle, Songs von Dressed Up Animals
Land: Schweiz 2017  
Laufzeit: 100 Minuten
Sprache: Deutsch, Schweizerdeutsch 

http://www.onixfilms.com/?cat=13

Infos
Datum: 30.11.2017
Rubrik: Filmtipps
Autor:
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