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Der Frauenraum in der Reitschule jubiliert!

Der Frauenraum in der Reitschule jubiliert!

Der Frauenraum in der Reitschule feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag! Am 17. Dezember wird in ihren Räumlichkeiten eine Ausstellung über die bewegte Geschichte des Frauenraum eröffnet. Begebt euch auf eine Zeitreise und trefft verschiedene Zeitzeugnisse sowie Momentaufnahmen in Text, Ton, Bild, Film und vielem mehr.

Als 1987 die Berner Reitschule erkämpft wurde, waren auch die Feministinnen dabei. Sie erhofften sich einen Raum den sie selbstbestimmt gestalten konnten. Vorerst wollten sie aber nur eine regelmässige Disco im Dachstock veranstalten die nur Frauen zugänglich war. Dieser Wunsch der FrauenAG stiess aber bei den Reitschülern vorerst auf Unverständnis. Schliesst sich die Forderung nach Gleichberechtigung unter den Geschlechtern und das Ausschliessen eines Geschlechts nicht aus? Es gelang der FrauenAG aber ihre Bedürfnisse durchzusetzten. Die erste Frauendisco wurde im Februar 1988 im Dachstock gefeiert.

Fünf Jahre nach der Eroberung der Reitschule eskalierte dort die Gewaltproblematik. Im Dezember `92 wurde nach einem Streit eine Frau von einem Bewohner des Reitschulvorplatz erschossen. Sowohl für die FrauenAG wie für die restliche IKuR stand nach dieser verheerenden Gewalteskalation fest, dass sich die Situation in der Reitschule radikal ändern oder aber der Betrieb aufgegeben werden musste. Nach dem Vorfall traten vereinzelt Mitglieder aus der FrauenAG aus und zogen sich gänzlich aus der Reitschule zurück.

An einer zweitägigen, gemischtgeschlechtlichen Krisensitzung, an der die FrauenAG massgeblich beteiligt war, fielen Anfang 1993 wichtige Entscheidungen zur Zukunft der Reitschule. Besonders bedeutsam für die FrauenAG wurde die schon einige Monate zuvor durchgeführte Raumverteilung. Die FrauenAG erhielt einen eigenen Veranstaltungsraum. Der heutige Frauenraum! Im Gegensatz zu den heftigen Auseinandersetzungen rund um die Frauendisco verlief die Diskussion über einen eigenen Raum für Frauen ruhig. Der Widerstand hierzu war marginal, viel zu notwendig erschien nach den vorgefallenen Ereignissen die Schaffung des so genannten Frauenraums.

Der Raum stand zu dieser Zeit leer, war nicht isoliert, das Dach kaputt, die Wände zum Teil herausgerissen und niemand hatte Interesse daran, diese „Baustelle“ zu übernehmen. Die FrauenAG renovierte und baute den Raum um und investierte unzählige Stunden für den ersten Teilumbau. Mit Beginn der dreijährigen Sanierung der Reitschule im Sommer 2000 kündigt sich eine längst nötige Umstrukturierung an. Der Frauenraum wurde weiter ausgebaut, das Dach neu gemacht, die Bar eingebaut und weitere Installationen getätigt. Mit einem neuen Betriebskonzept und einer grossen Werbeparty finden sich interessierte Frauen um den Betrieb und die Veranstaltungen im Frauenraum mitzutragen.

2013
 erhält der Frauenraum den FemPrix (Preis des Vereins Feministische Wissenschaft FemWiss) für seine Verdienste als Ort für Frauennetzwerke. Heute ist der Frauenraum als Veranstaltungsort für Frauen, aber auch für Queers, nicht mehr wegzudenken. Veranstaltungen wir das Barometer, die Dragnight oder die Anklang-Disco wurden zu einem festen Bestandteil der LGBT-Kultur in Bern.

Die Ausstellung

Das ganze Jahr über gab es im Frauenraum verschieden Veranstaltung zum Jubiläum. Es wurden Filme gezeigt, diskutiert aber auch das gesellige Zusammenseid durfte nicht fehlen. Nun wird das Jubiläumsjahr mit einer Ausstellung abgeschlossen.  

Die Frauen nehmen euch mit auf eine Zeitreise und treffen dabei verschiedene Zeitzeugnisse sowie Momentaufnahmen in Text, Ton, Bild, Film und vielem mehr.

Bei Brigitte Mauerhofers Hörstation kannst du eintauchen und Zeitfragmenten aus 25 Jahren Frauenraum lauschen. Die «Human Library», also die menschliche Bibliothek, schafft einen Raum für Gespräche und Austausch. Die menschlichen Bücher bringen ihre eigene Geschichte mit, die mit dem Frauenraum verknüpft ist. Frei von der Leber weg erzählen die Bücher, wie sie zum Frauenraum gekommen sind, was sie gemacht haben oder immer noch tun.

Eine Fotosammlung illustriert die 25-jährige Geschichte des Frauenraums in Bildern. Der Kurzfilm von Ida Schmieder zeigt die unterschiedlichen Impulse, die Platz finden im Frauenraum: Musik, Diskussionen, Tanzanlässe etc. In Videofragmenten und Statements, im speziellen der Podiumsdiskussion «Frauenraum einst und jetzt» erzeugen ein intensives Zeitdokument. Eine Diashow von Yvonne Hostettler zeigt Flyers der legendären Frauendisco. Zudem gibt es ein Revival der Videoinstallation «Le ballet patient oder der leidenschaftliche Besen» von Muda Mathis und Sus Zwick, entstanden 1997 für den Frauenraum im Rahmen der Veranstaltungsreihe «O du weiches Fleisch» zu feministischer Pornographie. An der Ausstellungseröffnung am Sonntag, 17. Dezember präsentiert Caroline Schenk ihre Performance «von antworten auf grosse fragen und haarspaltereien».

Mehr Infos auf www.frauenraum.ch



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Datum: 01.12.2017
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